Politik

Anwalt: Hongkonger Demokratie-Aktivist Joshua Wong festgenommen

  • AFP - 24. September 2020, 09:44 Uhr
Bild vergrößern: Anwalt: Hongkonger Demokratie-Aktivist Joshua Wong festgenommen
Joshua Wong im Juli 2019
Bild: AFP

Der international bekannte Hongkonger Demokratie-Aktivist Joshua Wong ist festgenommen worden. Ihm werde die Teilnahme an einer 'illegalen' Versammlung während der Proteste gegen ein Vermummungsverbot im vergangenen Jahr vorgeworfen, teilte sein Anwalt mit.

Der international bekannte Hongkonger Demokratie-Aktivist Joshua Wong ist festgenommen worden. Ihm werde die Teilnahme an einer "illegalen" Versammlung während der Proteste gegen ein Vermummungsverbot im vergangenen Jahr vorgeworfen, teilte sein Anwalt am Donnerstag mit. Der 23-jährige Wong erklärte im Onlinedienst Twitter, er werde zudem des Verstoßes gegen das inzwischen für verfassungswidrig erklärte Verbot beschuldigt. 

Bereits im August hatte Wong gesagt, er rechne nach Inkrafttreten des umstrittenen Sicherheitsgesetzes in der chinesischen Sonderverwaltungszone ständig mit seiner Festnahme. Er berichtete zudem von Schikanen: Autos mit chinesischem Kennzeichen hätten ihn geschnitten, "Peking-treue Gangs" hätten ihn fotografiert. Er fühle sich dennoch weiter verpflichtet, auf die Lage in Hongkong hinzuweisen. 

In der vergangenen Woche hatte sich Wong zusammen mit 25 anderen angeklagten Aktivisten wegen eines verbotenen Gedenkens an die Proteste auf dem Pekinger Tiananmen-Platz verantworten müssen, die die Hongkonger Polizei erstmals seit 30 Jahren verboten hatte. Den Beschuldigten drohen Gefängnisstrafen von bis zu fünf Jahren.

In den vergangenen Wochen hatten die Hongkonger Sicherheitsbehörden ihr Vorgehen gegen die Demokratiebewegung in der chinesischen Sonderverwaltungszone massiv verschärft. Ein Ende Juni von China verabschiedetes sogenanntes Sicherheitsgesetz erlaubt den Behörden ein hartes Vorgehen gegen alle Aktivitäten, die nach ihrer Auffassung die nationale Sicherheit Chinas bedrohen. Verstöße können mit lebenslanger Haft geahndet werden.

Das Gesetz stellt den bislang schwersten Eingriff in den Autonomiestatus von Hongkong dar. Der früheren britischen Kronkolonie waren bei ihrer Übergabe an China 1997 für 50 Jahre Sonderrechte gewährt worden, darunter Meinungs- und Versammlungsfreiheit.

Weitere Meldungen

London will weiter über Brexit verhandeln

Die britische Regierung hat sich zu einer Fortsetzung der festgefahrenen Gespräche über die künftigen Beziehungen zur EU nach dem Brexit bereiterklärt. Die Verhandlungen würden am

Mehr
Gesundheitsminister Spahn positiv auf Coronavirus getestet

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist am Mittwoch positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er habe sich "umgehend in häusliche Isolierung begeben", teilte sein

Mehr
Geheimdienste sollen künftig Staatstrojaner einsetzen dürfen

Die Geheimdienste des Bundes sollen künftig auch Staatstrojaner einsetzen dürfen, um die Kommunikation in Messengerdiensten auszuspähen. Das Bundeskabinett billigte am Mittwoch

Mehr

Top Meldungen

Studie: Frankfurter Banken könnten wegen Corona 2000 Mitarbeiter bis Ende 2022 verlieren

Deutschlands Top-Bankenstandort Frankfurt am Main könnte einer Studie zufolge zahlreiche Arbeitsplätze im Finanzbereich im Verlauf der Corona-Pandemie verlieren. Wie die

Mehr
DIHK zieht sich vorerst weitgehend aus medialer Öffentlichkeit zurück

Nach dem gerichtlich angeordneten Rückzug der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen aus dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) wegen dessen

Mehr
Höchstes Berufungsgericht gibt französischem Landwirt im Streit mit Monsanto Recht

Im Rechtsstreit um Gesundheitsschäden mutmaßlich durch ein Unkrautvernichtungsmittel der Bayer-Tochter Monsanto hat das höchste französische Berufungsgericht einem Landwirt

Mehr