Wirtschaft

VW Brasilien zahlt 5,5 Millionen Euro an Opfer von Militärdiktatur

  • AFP - 24. September 2020, 12:04 Uhr
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Volkswagen-Werk in Sao Bernardo do Campo bei Sao Paulo
Bild: AFP

Volkswagen zahlt in Brasilien wegen Menschenrechtsverletzungen während der Militärdiktatur betroffenen ehemaligen Mitarbeitern eine Entschädigung. Der Konzern erzielte einen Vergleich über 36 Millionen Reais (5,5 Millionen Euro).

Volkswagen zahlt in Brasilien wegen Menschenrechtsverletzungen während der Militärdiktatur betroffenen ehemaligen Mitarbeitern eine Entschädigung. Die Konzerntochter erzielte einen Vergleich über 36 Millionen Reais (5,5 Millionen Euro), wie VW am Mittwoch mitteilte. VW hatte sich laut einem 2017 veröffentlichten Untersuchungsbericht während der Militärdiktatur aktiv an der Verfolgung von Regimegegnern beteiligt. Ehemalige Mitarbeiter hatten schon 2015 eine Sammelklage eingereicht.

Volkswagen bedauere die damaligen Geschehnisse, erklärte Vorstandsmitglied Hiltrud Werner, zuständig für den Bereich Integrität und Recht. Für den Konzern sei es wichtig, verantwortlich mit diesem negativen Kapitel in der brasilianischen Geschichte umzugehen und Transparenz zu fördern. Mit dem Vergleich vermeidet VW eine gerichtliche Auseinandersetzung.

Die 2017 veröffentlichte Untersuchung des Historikers Christopher Kopper hatte ergeben, dass Volkswagen während der Diktatur von 1964 bis 1985 etwa Verhaftungen auf dem Werksgelände zuließ. "Süddeutscher Zeitung", NDR und SWR berichteten, die Konzerntochter Volkswagen do Brasil habe früher die eigenen Mitarbeiter und deren politische Gesinnung ausgespäht. Informationen über Oppositionelle seien an die politische Polizei gelangt.

Die Zusammenarbeit mit der Militärdiktatur dauerte laut dem Bericht von 1969 bis 1979. "Mindestens sieben" VW-Mitarbeiter seien in der Zeit von der politischen Polizei festgenommen worden. 

Ein großer Teil der in dem Vergleich vereinbarten Summe soll an einen Opferverband von ehemaligen Mitarbeitern und deren Hinterbliebenen gehen; weitere Summen sind für verschiedene Projekte vorgesehen, darunter ein Denkmal für die Opfer der Militärdiktatur. Laut "SZ", NDR und SWR gibt es 62 Betroffene, einige davon bereits verstorben. 

Die Sammelklage war von Anwälten der Nationalen Wahrheitskommission eingereicht worden. Diese Kommission war 2012 von Präsidentin Dilma Rousseff zur Aufklärung der Verbrechen während der Militärdiktatur ins Leben gerufen worden. Laut Kommission wurden mindestens 434 Menschen während der Diktatur ermordet oder verschwanden; schätzungsweise 20.000 Menschen wurden gefoltert. 

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