Politik

Heftige Kritik von Studierenden an Spahns Absage an Bafög-Erhöhung

  • AFP - 24. Mai 2026, 10:39 Uhr
Bild vergrößern: Heftige Kritik von Studierenden an Spahns Absage an Bafög-Erhöhung
Studierende in einem Hörsaal
Bild: AFP

Nach der Absage von Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) an weitere Erhöhungen bei staatlichen Leistungen wie dem Bafög hagelt es Kritik seitens der Studierendenvertretungen.

Nach der Absage von Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) an weitere Erhöhungen bei staatlichen Leistungen wie dem Bafög hagelt es Kritik seitens der Studierendenvertretungen. Diese Abfuhr komme den Studierenden angesichts hoher Mieten und Lebenshaltungskosten "wie ein Schlag ins Gesicht vor", erklärte der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen am Sonntag. Studierende dienten im Haushaltsstreit "als Verhandlungsobjekt", lautete die Kritik.

Spahn hatte dem "Münchner Merkur" vom Samstag gesagt, "staatliche Leistungen wie Bürgergeld, Wohngeld, Elterngeld, Bafög werden wir absehbar nicht erhöhen können". In manchen Bereichen müsse gespart werden, "jedenfalls solange wir kein Wachstum haben", fügte er an.

Im Koalitionsvertrag hatten sich CDU, CSU und SPD auf eine "große Novelle" des Bafög geeinigt, die zum Wintersemester 2026/2027 eine Erhöhung der Wohnkostenpauschale von 380 auf 440 Euro pro Monat vorsieht. Das Bundesforschungsministerium hatte Ende April mitgeteilt, dass sich die Koalition im Zuge der Haushaltsverhandlungen bei der Finanzierung der Erhöhung einig sei und nun das Gesetzgebungsverfahren beginne.

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen erinnerte die Regierung nun an dieses Versprechen. Das Bafög sei kein beliebiger Haushaltsposten, sondern es lege fest, "ob es jungen Menschen möglich ist, unabhängig vom finanziellen Hintergrund ihrer Eltern zu studieren". Wer notwendige Verbesserungen verhindere, setze den Bildungsaufstieg, die Chancengerechtigkeit und den Wissenschaftsstandort Deutschland aufs Spiel.

Ähnlich äußerte sich das Deutsche Studierendenwerk. "Wer eine Milliardensumme für einen Tankrabatt ausgibt und gleichzeitig an Bildungschancen sparen will, agiert leistungsfeindlich und zukunftsblind", erklärte der Vorsitzende Matthias Anbuhl. Wirtschaftswachstum werde es ohne qualifizierte Fachkräfte nicht geben. "Die Studierenden von heute sind die IT-Fachkräfte, Ingenieur*innen, Ärzt*innen und Lehrkräfte von morgen."

Kritik kam auch von der Linkspartei - sie warf der Regierung vor, Studierende als "Manövriermasse für Haushaltslöcher" zu benutzen. Die Bildungspolitikerin Nicole Gohlke appellierte vor diesem Hintergrund an den Koalitionspartner SPD: Die Sozialdemokraten "dürfen hier nicht einknicken und sollten zumindest die Bafög-Reform, wie sie im Koalitionsvertrag verabredet ist, durchbringen".

Weitere Meldungen

ARD-Studio in Kiew nach russischem Angriff teils zerstört - Keine Verletzten

Bei den nächtlichen russischen Angriffen auf Kiew ist auch das ARD-Studio in der ukrainischen Hauptstadt massiv beschädigt und teilweise zerstört worden. Wie der Westdeutsche

Mehr
Ex-Außenminister Fischer warnt CDU eindringlich vor Zusammenarbeit mit AfD

Der frühere Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) hat die CDU eindringlich vor einer Kooperation mit der AfD gewarnt. "Es gibt, unter der Oberfläche, eine Debatte in der

Mehr
Rubio hält Ankündigung zu Iran-Vereinbarung noch am Sonntag für möglich

US-Außenminister Marco Rubio hat die Hoffnung auf die Verkündung einer Vereinbarung zum Iran-Krieg noch am Sonntag genährt. "Ich glaube schon, dass vielleicht die Möglichkeit

Mehr

Top Meldungen

Trump kündigt neue Friedensvereinbarung mit dem Iran an

Washington (dts Nachrichtenagentur) - US-Präsident Donald Trump hat eine neue Friedensvereinbarung mit dem Iran angekündigt, die angeblich kurz vor dem Abschluss steht. Nach

Mehr
Hoeneß sortiert Würstchen in Supermärkten

München (dts Nachrichtenagentur) - Uli Hoeneß kümmert sich nach eigener Darstellung regelmäßig persönlich darum, dass Würstchen aus seiner Wurstfabrik in Supermärkten

Mehr
Schulze offen für Lockerung der Schuldenbremse unter Bedingungen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) fordert von der schwarz-roten Koalition in Berlin verstärkte Sparanstrengungen. Man könne

Mehr