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Porsche plant DAC-Anlage für E-Fuel-Fabrik - CO2-Entnahme aus Umgebungsluft

  • Mario Hommen/SP-X - 5. September 2023, 16:05 Uhr
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Auf der IAA Summit zeigt Porsche mit einem Modell, wie seine E-Fuel-Fabrik mit Direct-Air-Capture-Anlage (DAC) aussehen könnte Foto: Porsche

Der Sportwagenhersteller Porsche will seinen Designer-Kraftstoff in Chile künftig klimafreundlicher produzieren. Eine zusätzliche DAC-Anlage soll helfen.

Porsche erwägt, eine DAC-Anlage zur umweltfreundlichen Gewinnung von CO2 aus der Atmosphäre in seiner chilenischen E-Fuel-Pilotanlage ,,Haru Oni" zu integrieren. Auf der IAA Summit (bis 10. September) zeigt der Sportwagenhersteller ein entsprechendes Modell dieser Anlagenerweiterung. Wird die kleine Treibstofffabrik um eine Direct-Air-Capture-Anlage (DAC) zur Gewinnung von CO2 aus der Luft entsprechend ausgebaut, ließe sich eine Dekarbonisierung der mit Verbrennungsmotoren betriebenen Fahrzeugflotte weiter vorantreiben. Laut Michael Steiner, Forschungs- und Entwicklungsvorstand der Porsche AG, wolle man ein industrielles DAC-Verfahren zusammen mit VW Innovation, MAN Energy Solutions sowie dem von Porsche gegründeten E-Fuel-Produzenten HIF Global zur Serienreife bringen.

Um CO2 aus der Luft zu gewinnen, wird in einer DAC-Anlage zuvor gereinigte Umgebungsluft in einen Filter geleitet und anschließend das dort angelagerte CO2 herausgelöst, in Tanks verfüllt, um anschließend als Rohstoff zur Produktion von Kunststoffen oder vollsynthetischen Kraftstoffen zu dienen. Ein Vorteil des DAC-Verfahrens ist, dass sich CO2 an Orten gewinnen lässt, wo Energie aus erneuerbaren Quellen bereitsteht. Zudem sei die Technologie skalierbar.

Für Barbara Frenkel, Vorständin für Beschaffung bei Porsche, sei DAC eine für das Klima und die Energiegewinnung relevante Technologie. ,,Reines CO2 lässt sich industriell weiterverwerten oder dauerhaft im Boden speichern. Außerdem können damit E-Fuels hergestellt werden - das planen wir im ersten Schritt", so Frenkel. Die zusätzliche Abscheidung von CO2 könnte im Zusammenspiel mit E-Fuel-Produktion und bei einer entsprechenden industriellen Skalierung einen substanziellen Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrs mit Verbrennerfahrzeugen leisten, glaubt der Sportwagenhersteller. In der Nähe der chilenischen Pilotanlage möchte Porsche künftig Großanlagen errichten, um die Produktion von E-Fuels weiter auszubauen. In der Region weht der Wind an rund 270 Tagen, was eine dauerhaft hohe Grünstrom-Ausbeute verspricht.

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