Finanzen

Experten sorgen sich um deutsche Goldreserven in den USA

  • dts - 21. Januar 2026, 18:41 Uhr
Bild vergrößern: Experten sorgen sich um deutsche Goldreserven in den USA
Hier lagert deutsches Gold: Federal Reserve in New York, via dts Nachrichtenagentur

.

Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) - Im Umfeld der Bundesbank und in der Politik werden vermehrt Forderungen laut, die deutschen Goldreserven im Wert von derzeit rund 164 Milliarden Euro aus New York abzuziehen.

Der frühere Leiter der Forschungsabteilung der Bundesbank, Emanuel Mönch, sagte dem "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe): "Angesichts der geopolitischen Situation scheint es aktuell riskant, so viel Gold in den USA zu lagern. Im Sinne einer größeren strategischen Unabhängigkeit von den USA wäre die Bundesbank darum gut beraten, über eine Rückholaktion nachzudenken."

Auch die finanzpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Katharina Beck, bringt eine Verlagerung ins Spiel. Die Goldreserven seien "ein wichtiger Stabilitäts- und Vertrauensanker. Sie dürfen auf keinen Fall zum Spielball geopolitischer Auseinandersetzungen werden." Solange US-Präsident Donald Trump regiert, könne man das wohl am sichersten ausschließen, "wenn die Goldreserven ab jetzt in Deutschland verwahrt werden".

Die Bundesbank lagert 1.236 Tonnen Gold bei der regionalen US-Notenbank Fed in New York. Bundesbankpräsident Joachim Nagel lehnt eine Verlagerung ab. Unterstützung erhält er von den Regierungsfraktionen im Bundestag. Der finanzpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Fritz Güntzler, sagte dem "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe), es sei sinnvoll, einen Teil der Reserven in den USA zu lagern. "In der aktuellen Lage öffentlichkeitswirksam über einen Abzug der Goldreserven zu spekulieren, ist dagegen nicht förderlich."

Die finanzpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Frauke Heiligenstadt, kann Sorgen um die Goldreserven nach eigenen Angaben zwar nachvollziehen, rät aber von "Panik" ab: "Die deutschen Goldreserven sind gut diversifiziert angelegt." Die Hälfte liege in Frankfurt, "sodass unsere Handlungsfähigkeit sichergestellt ist". Der Standort New York sei sinnvoll, denn "Deutschland, Europa und die USA sind finanzpolitisch eng miteinander verbunden".

Weitere Meldungen

SPD drängt auf grundlegende Reform der Schuldenbremse

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die SPD pocht auf eine umfassende Reform der Schuldenbremse und widerspricht damit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der zuletzt gesagt hatte,

Mehr
Hohe Spritpreise: SPD offen für "Übergewinnsteuer"

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Als Reaktion auf die stark gestiegenen Benzin- und Dieselpreise haben sich SPD-Politiker offen für die Einführung einer sogenannten

Mehr
Neobroker drängen ETF-Anbieter zu Bestandsprovisionen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Das ETF-Depot war lange eine provisionsfreie Zone, nun wollen Neobroker offenbar an den Gebühren der ETF-Anbieter mitverdienen. Die

Mehr

Top Meldungen

Kein Kurswechsel bei deutscher Atompolitik durch neue EU-Pläne

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundesregierung hält trotz der neuen Kernenergiepläne von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an ihrer Position zum

Mehr
US-Inflationsrate stagniert im Februar bei 2,4 Prozent

Washington (dts Nachrichtenagentur) - In den USA hat die Inflationsrate im Februar wie im Vormonat bei 2,4 Prozent gelegen. Das teilte die US-Statistikbehörde am Mittwoch mit.

Mehr
Teures Kerosin: Fluggesellschaften aus Asien und Australien erhöhen Ticketpreise

Die wegen des Iran-Krieges in die Höhe geschnellten Kerosinpreise veranlassen mehrere Fluggesellschaften aus dem asiatisch-pazifischen Raum, Zuschläge auf die Ticketpreise zu

Mehr