Wirtschaft

Experten sorgen sich um deutsche Goldreserven in den USA

  • AFP - 21. Januar 2026, 18:55 Uhr
Bild vergrößern: Experten sorgen sich um deutsche Goldreserven in den USA
Goldbarren
Bild: AFP

Im Umfeld der Bundesbank und in der Politik werden Forderungen laut, die deutschen Goldreserven im Wert von 164 Milliarden Euro aus New York abzuziehen: 'Angesichts der geopolitischen Situation scheint es aktuell riskant, so viel Gold in den USA zu lagern.'

Im Umfeld der Bundesbank und in der Politik werden Forderungen laut, die deutschen Goldreserven im Wert von 164 Milliarden Euro aus New York abzuziehen. Der frühere Leiter der Forschungsabteilung der Bundesbank, Emanuel Mönch, sagte am Mittwoch dem "Handelsblatt": "Angesichts der geopolitischen Situation scheint es aktuell riskant, so viel Gold in den USA zu lagern." Im Sinne einer "größeren strategischen Unabhängigkeit von den USA wäre die Bundesbank darum gut beraten, über eine Rückholaktion nachzudenken".

Auch die finanzpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Katharina Beck, brachte eine Verlagerung ins Spiel. Die Goldreserven seien "ein wichtiger Stabilitäts- und Vertrauensanker", sagte sie dem "Handelsblatt". "Sie dürfen auf keinen Fall zum Spielball geopolitischer Auseinandersetzungen werden." Solange US-Präsident Donald Trump regiere, sei ein solches Szenario wohl am sichersten ausschließen, "wenn die Goldreserven ab jetzt in Deutschland verwahrt werden". 

Die Bundesbank lagert 1236 Tonnen Gold bei der regionalen US-Notenbank Fed in New York. Bundesbankpräsident Joachim Nagel lehnt eine Verlagerung allerdings ab.

Unterstützung erhält er von den Regierungsfraktionen im Bundestag. Der finanzpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Fritz Güntzler (CDU), sagte der Zeitung, es sei weiter sinnvoll, einen Teil der Reserven in den USA zu lagern: "In der aktuellen Lage öffentlichkeitswirksam über einen Abzug der Goldreserven zu spekulieren, ist dagegen nicht förderlich." 

Die finanzpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Frauke Heiligenstadt, kann Sorgen um die Goldreserven nach eigenen Angaben zwar nachvollziehen, rät aber von "Panik" ab: "Die deutschen Goldreserven sind gut diversifiziert angelegt." Die Hälfte liege in Frankfurt, "so dass unsere Handlungsfähigkeit sichergestellt ist". Der Standort New York sei sinnvoll, denn "Deutschland, Europa und die USA sind finanzpolitisch eng miteinander verbunden".

Weitere Meldungen

Streiks im Nahverkehr in mehreren Bundesländern begonnen

In mehreren Bundesländern stehen am Donnerstag vielerorts Busse und Bahnen still: Bei zahlreichen kommunalen Nahverkehrsunternehmen hat am Morgen ein neuer Streik begonnen, wie

Mehr
Union und SPD werfen Mineralölwirtschaft Erpressung vor

Führende Politiker von Union und SPD haben der Mineralölwirtschaft in Deutschland vorgeworfen, die Koalition erpressen zu wollen. Die Drohung der Mineralölkonzerne mit

Mehr
Europäische Zentralbank gibt Leitzinsentscheidung bekannt

Die Europäische Zentralbank (EZB) verkündet am Donnerstag (14.15 Uhr) ihre erste Leitzinsentscheidung seit Beginn des Iran-Krieges. Es wird erwartet, dass die EZB die Leitzinsen

Mehr

Top Meldungen

Zahl der Pflegekräfte steigt: Rund 409.000 Vollkräfte in Kliniken

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Zahl der Pflegekräfte in Krankenhäusern ist 2024 auf rund 409.000 Vollzeitäquivalente gestiegen. Das geht aus Zahlen des

Mehr
Trump: Bei erneutem Angriff auf Gaskomplex in Katar werden USA iranisches Gasfeld zerstören

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran im Fall eines erneuten Angriffs auf den Gaskomplex Ras Laffan in Katar mit einer Zerstörung des iranischen Gasfelds South Pars gedroht.

Mehr
SPD-Generalsekretär fordert Übergewinnsteuer für Ölkonzerne

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - In der Debatte um eine wirksame Absenkung der Spritpreise hat SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf Forderungen nach einer Übergewinnsteuer

Mehr