Wirtschaft

Merz pocht auf größere Unabhängigkeit der EU von den USA

  • AFP - 2. Februar 2026, 20:15 Uhr
Bild vergrößern: Merz pocht auf größere Unabhängigkeit der EU von den USA
Bundeskanzler Merz bei seiner Rede in Eschborn
Bild: AFP

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich für größere Unabhängigkeit der EU gegenüber den USA ausgesprochen. 'Wir müssen souveräner und unabhängiger (...) werden. Und ja, das gilt auch gegenüber den Vereinigten Staaten von Amerika', sagte Merz.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich für größere Unabhängigkeit der EU gegenüber den USA ausgesprochen. "Wir müssen souveräner und unabhängiger, gerade auch technologisch souveräner und unabhängiger werden. Und ja, das gilt auch gegenüber den Vereinigten Staaten von Amerika", sagte Merz am Montagabend bei der Jahreseröffnung der Deutsche Börse Group im hessischen Eschborn. Er bedaure es, aber "die transatlantischen Beziehungen haben sich verändert".

Die EU habe Reformen nötig. "Wir haben in Europa in den letzten Jahrzehnten ungeheures Wachstumspotenzial verschenkt, durch verschleppte Reformen, durch unnötige Beschränkung unternehmerischer Freiräume, durch Überregulierung und Perfektion an der falschen Stelle", führte Merz aus. Darum seien die Europäer ökonomisch nicht mehr so stark, wie sie es sein könnten. 

"Es braucht da die radikale Rückbesinnung auf das Wesentliche. Wir brauchen Ehrgeiz, wir brauchen Mut und Tatkraft, damit eben genau dieses Europa politisch wieder handlungsfähig wird", fuhr Merz fort. Neben mehr Souveränität und Unabhängigkeit sei eine große Aufgabe, dass Europa "aus eigener Kraft verteidigungsfähig" werden müsse. Außerdem müssten die Standortbedingungen für die europäische Wirtschaft "wieder wettbewerbsfähig" werden.

Der Kanzler verwies in seiner Rede auch auf Chancen: "Überall um uns herum" gebe es "aufstrebende, ganz überwiegend demokratische Staaten mit auch expandierenden Märkten, die ausdrücklich suchen, was wir Europäer anzubieten haben". Das seien "Partnerschaften auf der Grundlage gegenseitiger Rücksichtnahme, gegenseitigen Respekts und unter der Bedingung von Regeln und Verlässlichkeit", sagte Merz. 

Damit zeichne sich ein Weg ab für ein "souveränes, freies, friedliches und ökonomisch inspirierendes Europa in einer neuen Weltordnung". Deutschland könne "Teil, und wenn wir es richtig machen, vielleicht sogar Zentrum werden eines dynamischen, agilen Netzwerks von souveränen Staaten, die weiterhin zum Wohle aller eben auf Multilateralismus und Freihandel setzen".

Weitere Meldungen

"Illegale" Werbetaktiken: Ryanair verliert vor Gericht in Belgien

Die Billigfluggesellschaft Ryanair hat in Belgien eine gerichtliche Schlappe eingesteckt. Ein Gericht in Brüssel wies das Unternehmen an, innerhalb von drei Monaten eine Reihe

Mehr
Aus Sicherheitsgründen: China verbannt versenkbare Autotürgriffe

Türgriffe, die elegant in der Karosserie verschwinden, sind insbesondere bei vielen Elektroautos beliebt - doch nach Ansicht der chinesischen Behörden stellen sie auch ein

Mehr
Kanzleramtschef Frei dämpft Erwartungen für Reformprojekte

Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) hat die Erwartungen für große Reformprojekte in diesem Jahr gedämpft. Die Bundesregierung wolle zwar bis zum Ende des Jahres "die ersten

Mehr

Top Meldungen

Finanzministerium erwägt EU-Mindestquote für Infrastrukturvorhaben

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - In der Bundesregierung wächst die Bereitschaft, "Buy European"-Regeln zum Schutz der eigenen Wirtschaftsinteressen zu erlassen. "Freihandel ist

Mehr
IAB: Summe der Arbeitsstunden liegt auf Rekordniveau

Nürnberg (dts Nachrichtenagentur) - Der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Bernd Fitzenberger, weist die Aussage von Bundeskanzler Friedrich

Mehr
Bericht: EU-Kommission will der Industrie mehr CO2-Ausstoß erlauben

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Die EU-Kommission will den Europäischen Emissionshandel für die Energiewirtschaft und die Industrie (EU-ETS-1) deutlich abschwächen. Das

Mehr