Wirtschaft

Studie: Krisen seit 2020 kosten Deutschland fast eine Billion Euro

  • AFP - 7. Februar 2026, 12:46 Uhr
Bild vergrößern: Studie: Krisen seit 2020 kosten Deutschland fast eine Billion Euro
Geld
Bild: AFP

Die Krisen der vergangenen Jahre haben Deutschland einer Studie zufolge in den vergangenen Jahren fast eine Billion Euro - also tausend Milliarden - gekostet. Dies berechnete das Institut der deutschen Wirtschaft.

Die Krisen der vergangenen Jahre haben Deutschland einer Studie zufolge in den vergangenen Jahren fast eine Billion Euro gekostet - also knapp tausend Milliarden Euro. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) berechnete für die am Samstag vorgelegte Untersuchung den Ausfall an Wirtschaftsleistungen seit 2020, der durch das Zusammenspiel von mehreren krisenhaften Entwicklungen entstanden ist: die Corona-Pandemie, den russischen Angriff auf die Ukraine und die "konfrontative Politik" der USA unter Präsident Donald Trump. 

Der Wertschöpfungsverlust pro Erwerbstätigem liege bei mehr als 20.000 Euro, heißt es in der Studie des IW-Konjunkturexperten Michael Grömling. "Die laufende Dekade ist bislang von außergewöhnlichen Schocks und gewaltigen ökonomischen Anpassungslasten geprägt, die mittlerweile das Belastungsniveau früherer Krisen deutlich übertreffen", schreibt das IW. Die Folge für Deutschland sei Stagnation: Die gesamtwirtschaftliche Leistung des Landes habe seit 2019 kaum zugenommen.

In den sechs Krisenjahren habe sich preisbereinigt ein Ausfall an Wirtschaftsleistung von insgesamt 940 Milliarden Euro ergeben, schreibt das IW weiter. Vor allem wegen der Corona-Pandemie habe sich im Jahr 2020 ein Ausfall von 185 Milliarden Euro ergeben, im Jahr 2021 waren es demnach noch rund 100 Milliarden. 

Ab dem Jahr 2022 seien dann weitere Krisenfaktoren hinzugekommen - infolge des Kriegs in der Ukraine und der insgesamt geopolitisch belasteten Weltwirtschaft. Gemäß der IW-Modellrechnung belaufen sich die Ausfälle im Jahr 2022 auf 75 Milliarden Euro, 2023 auf 140 Milliarden und 2024 auf über 200 Milliarden Euro. Die im Jahr 2025 anhaltende Stagnation brachte laut IW einen Rekordwert an Einbußen von 235 Milliarden Euro mit sich.

Die Berechnungen des Instituts basieren auf der Annahme, dass sich ohne diese Krisen das Wirtschaftsleben mit dem Durchschnittstempo der letzten drei Jahrzehnte  weiterentwickelt hätte und nicht aus anderen Gründen als die der Pandemie und der Geopolitik stehengeblieben wäre. Tatsächlich sei in den vergangenen Jahren aber eine "faktischen Stagnation" zu verzeichnen gewesen. Eine genaue Zuordnung der Ausfälle zu den einzelnen krisenbedingten Ursachen sei dabei nicht möglich, "da sich seit dem Jahr 2022 die einzelnen Krisen und ihre ökonomischen Folgewirkungen überlagern", schreibt das IW.

Weitere Meldungen

Wirtschaftsministerium will Erneuerbaren-Vorrang einschränken

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Das Bundeswirtschaftsministerium plant, zentrale Elemente des Erneuerbaren-Ausbaus infrage zu stellen. Mit einem "Netzpaket" soll der sogenannte

Mehr
Schnitzer warnt vor Gas-Erpressung durch die USA

München (dts Nachrichtenagentur) - Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer warnt davor, dass Deutschland sich erpressbar machen könnte, wenn es Flüssiggas fast ausschließlich

Mehr
Versorger gegen Förderung für Wärmepumpen in neuen Fernwärmegebieten

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - In Städten und Gemeinden sowie in Teilen der Wirtschaft wächst die Sorge, dass sich zu wenig Kunden für neu ausgebaute Wärmenetze entscheiden

Mehr

Top Meldungen

Haushaltsklage: Linke wirft Grünen Unehrlichkeit vor

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Linken-Haushaltsexperte Dietmar Bartsch hat die Grünen-Fraktion für die Ankündigung kritisiert, gegen den Haushalt 2025 beim

Mehr
NRW-Gesundheitsminister Laumann lehnt Zuckersteuer ab

Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) - NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) lehnt die von vielen geforderte Erhöhung von Tabak- und Zuckersteuer ab. "Jetzt ist nicht

Mehr
Handwerkspräsident warnt vor mehr Schwarzarbeit

Handwerkspräsident Jörg Dittrich hat bessere Rahmenbedingungen für ehrliche Betriebe gefordert, um ein Erstarken der Schwarzarbeit zu verhindern. Er sehe "die Gefahr, dass uns

Mehr