Politik

Trump droht Ottawa mit Stopp der Eröffnung von Brücke zwischen Kanada und den USA

  • AFP - 10. Februar 2026, 17:52 Uhr
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Trump in der vergangenen Woche in Washington
Bild: AFP

In einem weiteren Versuch, Druck auf den nördlichen Nachbarn auszuüben, hat US-Präsident Donald Trump einen Stopp der Eröffnung einer Brücke zwischen den USA und Kanada angedroht.

In einem weiteren Versuch, Druck auf den nördlichen Nachbarn auszuüben, hat US-Präsident Donald Trump einen Stopp der Eröffnung einer Brücke zwischen den USA und Kanada angedroht. "Ich werde nicht zulassen, dass diese Brücke eröffnet wird, bevor die USA nicht vollständig für alles entschädigt wurden, was wir ihnen (Kanada) gegeben haben" - und "Kanada die USA mit der Fairness und dem Respekt behandelt, den wir verdienen", erklärte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social.

Der US-Präsident forderte, die USA sollten "mindestens die Hälfte" der nach dem verstorbenen kanadischen Eishockey-Spieler Gordie Howe benannten Brücke zwischen der kanadischen Provinz Ontario und dem US-Bundesstaat Michigan besitzen. Die Arbeiten im Umfang von 4,7 Milliarden Dollar (3,95 Milliarden Euro) an der Brücke hatten im Jahr 2018 begonnen. Sie soll eigentlich im Laufe dieses Jahres eröffnet werden.

Trump beklagte, dass Kanada beide Seiten der Brücke besitze und "nahezu" keine US‑Produkte für den Bau verwendet habe. Zudem wolle Kanadas Premierminister Mark Carney "einen Deal mit China machen, der Kanada auffressen wird". Die USA bekämen nur die Reste. "Ich denke nicht!", erklärte der US-Präsident und fügte hinzu: "Wir werden die Verhandlungen sofort beginnen."

Carney sagte, er habe am Dienstag mit Trump über die Brücke gesprochen, die Situation werde geklärt. Er habe dargelegt, dass Kanada selbstverständlich für den Bau der Brücke bezahlt habe und dass sie dem Bundesstaat Michigan und der kanadischen Regierung gehöre. Beim Bau seien nicht nur Produkte aus Kanada, sondern auch aus den USA verwendet worden. Neben kanadischen Arbeitern seien auch US-Arbeiter beteiligt gewesen.

Es ist Trumps jüngste in einer ganzen Reihe von Drohungen gegenüber Kanada. Trump hatte Kanada Zölle in Höhe von 100 Prozent angedroht, sollte das Land ein anvisiertes Handelsabkommen mit China abschließen.

Carney hatte Mitte Januar bei einem Peking-Besuch eine "neue strategische Partnerschaft" mit China verkündet und eine Vereinbarung für ein Handelsabkommen bekanntgegeben. In diesem Rahmen soll Peking bis zum 1. März die Zölle auf Raps-Importe aus Kanada von derzeit 84 Prozent auf rund 15 Prozent senken. China will zudem kanadischen Besuchern die Einreise ohne Visum ermöglichen. Im Gegenzug wird Kanada 49.000 chinesische E-Autos zu einem neuen, begünstigten Zollsatz von 6,1 Prozent ins Land lassen.

Die USA sind für Kanada mit Abstand der wichtigste Handelspartner. Sektorzölle der USA in den Bereichen Autos, Stahl und Aluminium treffen die kanadische Wirtschaft hart. Dennoch blieben bislang mehr als 85 Prozent des bilateralen Handels der beiden Länder von dem Handelskonflikt unberührt. Neben Zöllen drohte Trump auch immer wieder mit einer Annexion Kanadas, um das Land zum 51. Bundesstaat der USA zu machen.

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