Wirtschaft

Jobabbau in der Industrie hält an - Stimmung von Unternehmen leicht verbessert

  • AFP - 17. Februar 2026, 12:58 Uhr
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Autoproduktion
Bild: AFP

Der Jobabbau in der deutschen Industrie hält einer Untersuchung zufolge weiter an. Im vergangenen Jahr gingen 124.100 Arbeitsplätze in der Industrie verloren, wie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY mitteilte.

Der Jobabbau in der deutschen Industrie hält einer Untersuchung zufolge weiter an. Im vergangenen Jahr gingen 124.100 Arbeitsplätze in der Industrie verloren, wie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY am Dienstag mitteilte. Im Vorjahr waren bereits 56.000 Jobs weggefallen. Einer Unternehmensbefragung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) zufolge verbesserte sich die Stimmung in den vergangenen Monaten trotz der Bemühungen der Bundesregierung nur leicht.

Seit dem Vor-Corona-Jahr 2019 schrumpfte die Zahl der Industriejobs in Deutschland laut EY um 266.200 oder knapp fünf Prozent. Grund dafür war zuletzt vor allem die schwache Umsatzentwicklung: Im vergangenen Jahr schrumpften die Einnahmen der Industrieunternehmen laut EY-Analyse nicht inflationsbereinigt um 1,1 Prozent - nach sogar 3,5 Prozent im Vorjahr. Besonders schwach entwickelten sich die Auto-, die Papier- und die Textilindustrie.

Allein in der Autoindustrie gingen im vergangenen Jahr fast 50.000 Jobs verloren, wie die Experten ausführten. Seit 2019 wurden demnach rund 111.000 Stellen abgebaut, ein Rückgang um 13 Prozent. Gegen den allgemeinen Trend stieg die Beschäftigung in der Chemie- und Pharmaindustrie sowie in der Elektroindustrie um drei beziehungsweise zwei Prozent.

Die Zahl der Insolvenzen von Industrieunternehmen stieg im vergangenen Jahr zudem auf den höchsten Stand seit 2013. Laut EY wurden von Januar bis November rund 1480 Insolvenzverfahren eröffnet, elf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die gesamte Studie basiert den Angaben zufolge auf Rohdaten, die vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht werden.

Die DIHK sieht wenig Anlass für Optimismus. "Geopolitische Unsicherheiten, hohe Standortkosten und eine schwache Inlandsnachfrage liegen wie Blei auf der Wirtschaft", erklärte der Unternehmensverband. Der Umfrage unter rund 26.000 Unternehmen zufolge ist die Stimmung derzeit nur geringfügig besser als im Herbst.

Demnach bewertet rund ein Viertel der Unternehmen die eigene Geschäftslage zu Jahresbeginn als gut, ein weiteres Viertel rechnet mit einer Verschlechterung der Wirtschaftslage. Als Geschäftsrisiken nannten jeweils 59 Prozent der Unternehmen konjunkturelle Risiken wie die schwache Nachfrage im Inland und strukturelle Faktoren wie gestiegene Arbeitskosten. 58 Prozent sehen sich durch unsichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen belastet, 48 Prozent durch hohe Energie- und Rohstoffpreise.

Der Umfrage zufolge planen nur 23 Prozent der Unternehmen höhere Investitionen. 31 Prozent der Firmen dagegen wollen sie kürzen. Nur zwölf Prozent der Firmen gaben an, sie wollten ihr Personal aufstocken. Mit einer schnellen Trendumkehr auf dem Arbeitsmarkt sei auf Basis der Personalpläne der Firmen nicht zu rechnen, erklärte die DIHK.

"Die deutsche Industrie steckt in einer tiefen Krise", erklärte Jan Brorhilker von EY. "Es bräuchte schon einen echten und deutlichen Aufschwung, um ein weiteres Abschmelzen der Beschäftigung zu verhindern."

"Die Bundesregierung hat Reform- und Entlastungspakete angekündigt, aber in den Betrieben ist davon bislang wenig spürbar", kritisierte die DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov. "Mit angezogener Handbremse kommen wir aus dem Tal nicht heraus." Sie forderte erneut: "Bürokratie 'runter, Arbeits- und Energiekosten 'runter, Regeln verlässlich."

"Etwas Hoffnungen" machen laut DIHK die Exporterwartungen: 22 Prozent der Unternehmen rechnen in den kommenden zwölf Monaten mit steigenden Ausfuhren, das sind drei Prozentpunkte mehr als im Herbst. Ebenfalls 22 Prozent erwarten ein Minus, im Herbst waren es noch 29 Prozent. "Die Bemühungen der EU für mehr Freihandelsabkommen sorgen für etwas mehr Optimismus in der Exportindustrie", erklärte Melnikov. "Doch der Wettbewerbsdruck ist groß und die Unsicherheiten bleiben hoch."

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