Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Bundesrechnungshof sieht die Autobahn GmbH nicht ausreichend gegen Cyberangriffe gewappnet. "Die Autobahn GmbH hat versäumt, wesentliche Aspekte entsprechender Entscheidungen wie Informations- und Cybersicherheit, Souveränität und langfristige Wirtschaftlichkeit als strategisches Ziel zu berücksichtigen", heißt es in einem vertraulichen Bericht der Prüfer, über den das "Handelsblatt" (Mittwochausgabe) berichtet.
Angesichts der verschärften Sicherheitslage seit dem russischen Angriff auf die Ukraine wiege das schwer. Die Gesellschaft habe "nicht untersucht, ob diese erhöhten IT-Sicherheitsforderungen Auswirkungen auf ihre IT-Strategie hatten", heißt es in dem Bericht weiter. Dabei steuere das bundeseigene Unternehmen über digitale Systeme den Verkehr auf mehr als 13.000 Kilometern Autobahn - inklusive Leitstellen und Tunnelzentralen. Ein erfolgreicher Cyberangriff könnte Verkehrsanzeigen manipulieren, Tunnel lahmlegen und Lieferketten empfindlich stören. In einer militärischen Krise wären funktionierende Autobahnen zudem zentral für den Transport von Truppen und Material durch Deutschland.
Laut Bericht fehlt bis heute eine klare IT-Gesamtverantwortung. "Die Autobahn GmbH hat keiner Organisationseinheit die zentrale Gesamtverantwortung für die IT zugewiesen", kritisieren die Prüfer. Stattdessen seien "drei unterschiedliche Geschäftsführungen" zuständig gewesen. Hinweise externer Prüfer und der internen Revision seien nicht konsequent umgesetzt worden. "Stattdessen überließ sie es den jeweiligen Niederlassungen, diese zu beheben."
Brennpunkte
Rechnungshof kritisiert massive Cyberrisiken bei Autobahn GmbH
- dts - 17. Februar 2026, 17:13 Uhr
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