Brennpunkte

Gericht erlaubt AfD-Termin in Ettlingen und verbietet vorsorglich Auftritt Sellners

  • AFP - 19. Februar 2026, 12:33 Uhr
Bild vergrößern: Gericht erlaubt AfD-Termin in Ettlingen und verbietet vorsorglich Auftritt Sellners
AfD-Logo
Bild: AFP

Die Stadt Ettlingen in Baden-Württemberg muss der AfD für eine Wahlkampfveranstaltung einen Saal zur Verfügung stellen. Der österreichische Rechtsextremist Martin Sellner darf aber nicht auftreten, wie das Verwaltungsgericht Karlsruhe entschied.

Die Stadt Ettlingen in Baden-Württemberg muss der AfD für eine Wahlkampfveranstaltung einen Saal zur Verfügung stellen. Der österreichische Rechtsextremist Martin Sellner darf aber nicht auftreten, wie das Verwaltungsgericht Karlsruhe nach Angaben vom Donnerstag entschied. Im Vorfeld war darüber spekuliert worden, dass Sellner bei dem sogenannten Bürgerdialog unter dem Titel "Remigration Theorie und Praxis" auftauchen könnte.

Die Stadt war von dem Mietvertrag für die Veranstaltungsräume zurückgetreten. Als Grund nannte sie das Thema und die Einladung der brandenburgischen AfD-Abgeordneten Lena Kotré. Diese nahm im Januar in Brandenburg an einer Veranstaltung mit Sellner teil.

Ein AfD-Mitglied des Ettlinger Gemeinderats wandte sich per Eilantrag an das Gericht. Dieses erlaubte nun die Veranstaltung in den Räumlichkeiten. Es gebe keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass mit Straftaten zu rechnen sei, erklärte es. Die Stadt habe keine konkret befürchtete Äußerung von Kotré benannt, die strafbar wäre, das Thema allein sei es nicht.

Das AfD-Mitglied sagte vor Gericht allerdings nicht verbindlich zu, dass Sellner nicht dabei sein würde. Darum ordnete das Gericht an, dass er jedenfalls nicht teilnehmen dürfe. Denn im Fall von Sellners Teilnahme sei mit rassistischen Äußerungen zu rechnen, die gegen die Menschenwürde verstießen und eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit begründeten.

Sellner ist einer der führenden Köpfe der rechtsextremen Identitären Bewegung. Vor einigen Tagen forderte die Bundesspitze der AfD alle Gliederungen der Partei dazu auf, auf Veranstaltungen mit ihm zu verzichten.

Die in rechtsextremen Kreisen populäre Vorstellung von "Remigration" läuft auf die Schaffung von homogenen Bevölkerungen und die Ausweisung aller Menschen hinaus, die als nicht dem Volk zugehörig empfunden werden. Der AfD-Bundesvorstand distanzierte sich von dem Konzept zwar - allerdings nahm ein AfD-Bundesparteitag vor einem Jahr die Forderung nach "Remigration" offiziell ins Wahlprogramm für die Bundestagswahl 2025 auf.

In Baden-Württemberg wird am 8. März ein neuer Landtag gewählt. Gegen den Eilbeschluss des Verwaltungsgerichts kann noch vor dem baden-württembergischen Verwaltungsgerichtshof in Mannheim vorgegangen werden.

Weitere Meldungen

Urteil: Abschiebung in Herkunftsland trotz Schutzstatus in Griechenland möglich

Abgelehnten Asylbewerbern, denen zuvor in Griechenland Schutz gewährt wurde, darf die Abschiebung in ihr Herkunftsland angedroht werden. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig

Mehr
Grüne Jugend übt zum Hanau-Gedenktag harte Kritik an eigener Partei

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Zum sechsten Gedenktag des Anschlags von Hanau wirft die Grüne Jugend der Parteimutter vor, nicht hart genug gegen Rassismus und Extremismus

Mehr
Charles III. nach Festnahme von Andrew: "Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen"

Nach der Festnahme seines Bruders Andrew im Zusammenhang mit der Epstein-Affäre hat der britische König Charles III. die Unabhängigkeit der Justiz betont und den Ermittlern

Mehr

Top Meldungen

Deutsche Bahn will 6000 Stellen bei Frachttochter DB Cargo streichen

Die Deutsche Bahn (DB) plant die Streichung von tausenden Stellen bei ihrer Frachttochter. "Der vorliegende Sanierungsplan sieht vor, dass es bei der DB Cargo rund 6000 Stellen

Mehr
NRW hält bei Beamtenbesoldung an fiktivem Partnereinkommen fest

Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) - Beim Streit um die Besoldung der Beamten will NRW am umstrittenen fiktiven Partnereinkommen festhalten, deutet aber mögliche

Mehr
Auftragsbestand in der Industrie im Dezember weiter gestiegen

Wie schon in den Vormonaten hat sich der Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im Dezember weiter verbessert. Verglichen mit dem Vormonat November legte der Auftragsbestand

Mehr