Wirtschaft

Erzeugerpreise im Januar deutlich gesunken

  • dts - 20. Februar 2026, 08:16 Uhr
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Stahlproduktion (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte sind im Januar 2026 um 3,0 Prozent niedriger gewesen als im Vorjahresmonat. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilte, fielen die Erzeugerpreise gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent.

Hauptursächlich für den Rückgang der Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahresmonat waren auch im Januar 2026 die niedrigeren Energiepreise. Auch Verbrauchsgüter waren günstiger als vor einem Jahr. Hingegen waren Investitionsgüter, Gebrauchsgüter sowie Vorleistungsgüter teurer als im Vorjahresmonat. Ohne Berücksichtigung von Energie stiegen die Erzeugerpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat im Januar 2026 um 1,2 Prozent, gegenüber Dezember 2025 stiegen sie um 0,6 Prozent.

Energie war im Januar 2026 um 11,8 Prozent billiger als im Vorjahresmonat. Gegenüber Dezember 2025 fielen die Energiepreise um 3,2 Prozent. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei Energie hatten die Preisrückgänge bei Erdgas in der Verteilung. Über alle Abnehmergruppen betrachtet fielen die Erdgaspreise gegenüber Januar 2025 um 13,7 Prozent.

Auch elektrischer Strom kostete deutlich weniger (-11,2 Prozent) als im Januar 2025, Fernwärme war nur leicht günstiger (-0,3 Prozent) als im Vorjahresmonat.

Die Preise für Mineralölerzeugnisse fielen gegenüber Januar 2025 um 8,0 Prozent, gegenüber Dezember stiegen sie um 2,8 Prozent. Der Anstieg ist auf die ab Januar 2026 gestiegenen Kosten für CO2-Zertifikate zurückzuführen. Leichtes Heizöl kostete 11,9 Prozent weniger als im Januar 2025, aber 6 Prozent mehr als im Dezember 2025, Kraftstoffe kosteten 0,3 Prozent mehr als im Januar 2025 und 7,5 Prozent mehr als im Dezember 2025.

Die Preise für Investitionsgüter waren im Januar 2026 um 1,8 Prozent höher als im Vorjahresmonat (+0,6 Prozent gegenüber Dezember 2025). Maschinen kosteten 1,7 Prozent mehr, die Preise für Kraftwagen und Kraftwagenteile stiegen um 1,2 Prozent gegenüber Januar 2025. Gebrauchsgüter waren im Januar 2026 um 2,1 Prozent teurer als im Vorjahresmonat (+0,7 Prozent gegenüber Dezember 2025).

Die in Deutschland produzierten und verkauften Verbrauchsgüter kosteten dagegen 0,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat und 0,4 Prozent weniger als im Dezember 2025. Unter den Verbrauchsgütern fielen die Nahrungsmittelpreise insgesamt um 1,3 Prozent. Deutlich billiger als im Januar 2025 waren Butter (-43,7 Prozent) und Schweinefleisch (-14,1 Prozent). Teurer im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dagegen Rindfleisch (+24,5 Prozent) und Kaffee (+14,7 Prozent).

Die Preise für Vorleistungsgüter waren im Januar 2026 um 1,2 Prozent höher als im Vorjahresmonat (+0,9 Prozent gegenüber Dezember 2025). Für den Preisanstieg gegenüber Januar 2025 sorgten vor allem die höheren Preise von Metallen (+6,6 Prozent), so das Bundesamt. Insbesondere die Preise für Edelmetalle (+68,2 Prozent) stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich an. Auch für Kupfer und Halbzeug daraus (+19,7 Prozent) musste mehr bezahlt werden als im Vorjahr. Billiger als im Vorjahr waren dagegen Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (-3,2 Prozent), darunter auch Betonstahl (-2,1 Prozent).

Holz sowie Holz- und Korkwaren (+7,0 Prozent) waren ebenfalls teurer als im Vorjahresmonat, darunter Nadelschnittholz mit +14,6 Prozent und Laubschnittholz mit +2,0 Prozent. Erhebliche Preisanstiege gab es bei Pellets, Briketts und Scheiten mit +41,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (+3,9 Prozent gegenüber Dezember 2025).

Die Preise für Glas und Glaswaren stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,8 Prozent. Darunter war veredeltes und bearbeitetes Flachglas 6,8 Prozent teurer, wohingegen die Preise für Hohlglas (-4,2 Prozent) gegenüber Januar 2025 sanken.

Preisrückgänge gegenüber Januar 2025 gab es ebenfalls bei chemischen Grundstoffen (-2,4 Prozent) und Papier, Pappe und Waren daraus (-1,0 Prozent). Aber auch Futtermittel für Nutztiere (-8,3 Prozent) und Getreidemehl (-5,0 Prozent) kosteten deutlich weniger als im Januar 2025.

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