Beim Kentern eines Flüchtlingsboots vor der Südküste Kretas sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Wie die griechische Hafenpolizei am Samstag mitteilte, wurden nach dem Unglück am Freitag 20 Menschen von einem Handelsschiff in den Gewässern vor dem Ort Kaloi Limenes gerettet. Rund 50 Menschen sollen sich laut dem griechischen Fernsehsender ERT auf dem Boot befunden haben.
Die geretteten Migranten stammen laut der griechischen Nachrichtenagentur ANA hauptsächlich aus Ägypten und dem Sudan. Unter ihnen waren demnach auch vier Minderjährige.Â
Nach Angaben des Senders ERT ereignete sich das Unglück genau in dem Moment, als sich das Handelsschiff, das vom griechischen Seenotrettungszentrum in das Gebiet geschickt worden war, dem Holzboot der Migranten näherte. Während die Passagiere versuchten, die vom Schiff herabgelassenen Leitern zu erklimmen, führte eine plötzliche Bewegung auf einer Seite des Holzbootes dazu, dass es kenterte.
Die Suche nach den Vermissten wurde am Samstag mit vier Patrouillenbooten, einem Flugzeug und zwei Schiffen der europäischen Grenzschutzagentur Frontex fortgesetzt, wie eine Sprecherin der griechischen Küstenwache erklärte.Â
Außerdem wurde in dem Gebiet ein zweites Boot mit rund 40 Migranten entdeckt, was eine weitere Rettungsaktion auslöste. Seit über einem Jahr versuchen immer mehr Migranten, von Libyen aus Kreta zu erreichen, das als Eingangstor in die Europäische Union gilt. Doch die Überfahrt erweist sich als riskant.
Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) kamen im Jahr 2025 mehr als 16.770 in der EU asylsuchende Menschen auf Kreta an – deutlich mehr als auf den anderen Ägäis-Inseln. Das UNHCR verzeichnete im Jahr 2025 insgesamt 107 Tote oder Vermisste in griechischen Gewässern.
Brennpunkte
Flüchtlingsboot mit 50 Menschen vor Kreta gekentert: Mindestens drei Tote
- AFP - 22. Februar 2026, 10:36 Uhr
Beim Kentern eines Flüchtlingsboots vor der Südküste Kretas sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. 20 Menschen wurden von einem Handelsschiff gerettet, die Küstenwache suchte derweil nach Vermissten.
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