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Gebeine des Heiligen Franz von Assisi erstmals öffentlich gezeigt - 400.000 Besucher erwartet

  • AFP - 22. Februar 2026, 15:40 Uhr
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Gebeine des Heiligen Franz von Assisi
Bild: AFP

Erstmals seit fast 800 Jahren werden die sterblichen Überreste des katholischen Heiligen Franz von Assisi der Öffentlichkeit präsentiert. Die Reliquien des 1226 verstorbenen Gründers des Franziskanerordens sind in Assisi ausgestellt.

Erstmals seit fast 800 Jahren werden die sterblichen Überreste des katholischen Heiligen Franz von Assisi der Öffentlichkeit präsentiert. Seit Sonntag sind die Gebeine des 1226 verstorbenen Gründers des Franziskanerordens in der Basilika San Francesco in der mittelitalienischen Bergstadt Assisi ausgestellt. Für die vier Wochen dauernde Ausstellung haben sich nach Angaben des Franziskanerordens bereits rund 400.000 Menschen aus aller Welt angemeldet.

Alle halbe Stunde dürfen rund 750 Menschen nach vorheriger kostenloser Registrierung die Basilika betreten und einen Blick auf die Reliquien werfen. Zahlreiche Menschen, darunter auch Kinder und Ältere, versammelten sich am Sonntag vor der Basilika. Vor den aufgebahrten Gebeinen bekreuzigten sich die Besucher, einige knieten nieder. Viele hatten Tränen in den Augen. 

"Es war ein sehr bewegender Morgen, ein einzigartiges Erlebnis", sagte die 65-jährige Nicoletta Benolli nach ihrem Besuch in der Basilika. "Manchmal zweifeln wir, aber hier, in diesen Momenten, haben wir die Wahrheit direkt vor Augen. Wir können sie sehen und berühren."

"Wir können die Botschaft von Franz beinahe hören, wenn wir daran vorbeigehen, als würde er zu uns sprechen", sagte der 35-jährige Nicola Orlandini. "Die Nähe zu einem solchen Vorbild an Heiligkeit überträgt etwas auf die Seele".

Die bis zum 22. März zugängliche Ausstellung werde Gläubigen und sonstigen Besucherinnen und Besuchern eine "bedeutungsvolle Erfahrung" ermöglichen, erklärte der Sprecher des Franziskanerklosters von Assisi, Giulio Cesareo. Die Bedeutung von Reliquien sei auch im Jahr 2026 noch aktuell. Seit Beginn des Christentums würden die "Gebeine von Märtyrern als Reliquien verehrt", dies sei "nie als makaber empfunden worden", sagte Cesareo. Sie vermittelten "die Gegenwart des Heiligen Geistes". 

Franz von Assisi wirkte im 13. Jahrhundert. Als Sohn einer reichen Familie entsagte er jeglichen Besitzes und widmete sein Leben den Armen. Am 3. Oktober 1226 starb er, zwei Jahre später wurde er heilig gesprochen. Seine Gebeine wurden in die 1230 zu seinen Ehren erbaute Basilika überführt.

1818 wurde das Skelett des Heiligen exhumiert, wissenschaftlich untersucht und auf seine Echtheit überprüft. Seitdem wurden die Gebeine lediglich ein einziges Mal 1978 für einen Tag einer begrenzten Personenzahl gezeigt.

Das 800 Jahre alte Skelett ist vor dem Altar der Basilika in einer mit Stickstoff gefüllten Plexiglasvitrine aufgebahrt, die mit der lateinischen Inschrift "Corpus Sancti Francisci" (Der Leib des Heiligen Franz) versehen ist. Die Knochen ruhten seit 1978 in einem Metallkasten innerhalb eines Sarkophags der Krypta der Basilika San Francesco.

Geschützt werden die Gebeine durch einen weiteren versiegelten und kugelsicheren Glaskasten. Zum sollen rund um die Uhr Überwachungskameras in Betrieb sein.

Der heilige Franz von Assisi gilt als Schutzpatron Italiens. Anlässlich seines 800. Todestages wurde der 4. Oktober zu seinen Ehren erneut zum nationalen Feiertag erklärt. Vor rund 50 Jahren war der Feiertag aus finanziellen Gründen abgeschafft worden.

Die Wiedereinführung des Feiertags ist auch eine Hommage an den im vergangenen Jahr verstorbenen Papst Franziskus: Als erster Papst überhaupt hatte er den Namen des Heiligen Franz angenommen. Papst Franziskus verstarb im April 2025 im Alter von 88 Jahren.

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