Brennpunkte

Luxusautos nach Russland verkauft: Sechs Jahre Haft für Autohändler in Bayern

  • AFP - 2. März 2026, 13:54 Uhr
Bild vergrößern: Luxusautos nach Russland verkauft: Sechs Jahre Haft für Autohändler in Bayern
Neuwagen
Bild: AFP

Wegen der illegalen Lieferung von mehr als hundert Luxusautos ist ein Autohändler in Bayern zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Das teilte das mit den Ermittlungen befasste Zollfahndungsamt im nordrhein-westfälischen Essen mit.

Wegen der illegalen Lieferung von mehr als hundert Luxusautos nach Russland ist ein Autohändler in Bayern zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Würzburg verhängte am Montag sechs Jahre Haft wegen gewerbsmäßigen Verstoßes gegen die Russland-Embargoverordnung, wie das mit den Ermittlungen befasste Zollfahndungsamt im nordrhein-westfälischen Essen mitteilte. Seine ehemalige Prokuristin wurde zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt.

Demnach waren über den Autohändler aus dem Kreis Miltenberg 111 Luxusautos im Wert von fast 20 Millionen Euro illegal nach Russland gelangt. Der Autohandel des Angeklagten war demnach auf gepanzerte Fahrzeuge eines namhaften deutschen Herstellers spezialisiert. Da er keine Neuwagen direkt beziehen durfte, baute er ein Beschaffungsnetzwerk unter Einbindung von Strohfirmen auf. Nach Einführung der Sanktionen für Luxusautos verkaufte er die Fahrzeuge an zwei der größten Luxusautohändler Russlands.

Viele der verkauften Fahrzeuge seien von russischen Behörden, staatlichen Unternehmen und Geheimdiensten genutzt worden. Der Autohandel des Angeklagten sei zuletzt vollständig auf Verstöße gegen das Russland-Embargo spezialisiert gewesen. Ein legaler Geschäftsbetrieb fand demnach nur noch in vergleichsweise geringem Umfang statt.

Der Zoll hatte in dem Fall seit Mai 2024 ermittelt. Im folgenden September wurden Wohn- und Geschäftsräume des Autohändlers durchsucht. Durch die Ermittlungen seien geplante Lieferungen von weiteren 400 Neuwagen im Wert von fast 40 Millionen Euro nach Russland verhindert worden. Das Gericht ordnete die Einziehung von rund 20 Millionen Euro an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Weitere Meldungen

EVP-Chef Weber stellt Vetorecht in der EU infrage

Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber hat das Einstimmigkeitsprinzip in der EU infrage gestellt. "In diesen geopolitisch turbulenten Zeiten brauchen wir zwingend ein

Mehr
Ausreisen: Kriegsdienstgegner sehen Vorbereitung für Wehrpflicht

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der politische Geschäftsführer der "Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen" (DFG-VK), Yannick Kiesel, sieht in der

Mehr
Drei Vermisste und vier Verletzte nach Einschlag von iranischer Rakete in Haifa

Nach einem iranischen Raketeneinschlag in ein Wohnhaus in Israel werden mindestens drei Menschen vermisst. Das siebenstöckige Gebäude in der Stadt Haifa sei teilweise

Mehr

Top Meldungen

Opec-Staaten beschließen erhöhte Ölproduktion um 206.000 Barrel pro Tag ab Mai

Angesichts der Auswirkungen des Iran-Krieges auf die weltweiten Ölpreise haben Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder und ihrer Partner (Opec plus) zum zweiten

Mehr
CDA für Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels (CDA), Dennis Radtke, hat sich offen für eine Streichung der Mehrwertsteuer auf gesunde Lebensmittel

Mehr
Ricarda Lang will Null-Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die ehemalige Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Ricarda Lang, fordert von der Bundesregierung sofortige finanzielle Entlastungen

Mehr