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Nahost: Bundesregierung schickt Charterflugzeuge zur Evakuierung

  • AFP - 2. März 2026, 15:26 Uhr
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Touristen im saudiarabischen al-Ula
Bild: AFP

Die Bundesregierung will Charterflugzeuge nach Saudi-Arabien und in den Oman schicken, um von dort in Nahost gestrandete deutsche Reisende auszufliegen. Zuerst sollen dabei 'besonders vulnerable Gruppen' evakuiert werden.

Die Bundesregierung will Charterflugzeuge nach Saudi-Arabien und in den Oman schicken, um von dort in Nahost gestrandete deutsche Reisende auszufliegen. Zuerst sollen dabei "besonders vulnerable Gruppen" evakuiert werden, wie Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) am Montag in Berlin sagte. Er nannte die Hauptstädte der beiden Länder, Riad und Maskat, "also Orte, von denen noch geflogen werden kann".

"Die Planungen laufen", betonte Wadephul. Er koordiniere sich dabei auch "sehr eng mit der Reiseindustrie". Zuerst müsse allerdings geklärt werden, wie viele vulnerable Menschen vor Ort und wie groß die Kapazitäten der Flughäfen seien. Jener in Maskat sei zum Beispiel nicht besonders groß.

"Wir müssen schauen, wie viele Flugzeuge wir dort überhaupt hinbringen können. Wir fangen jetzt einfach mal mit einer Maschine pro Destination an." Die Flugzeuge sollen demnach auf Steuerzahlerkosten gechartert werden. Er halte dies für "richtig und notwendig und angemessen", sagte der CDU-Politiker dazu. 

"Die Sicherheit unserer Staatsangehörigen hat für uns erste Priorität", bekräftigte der Außenminister. Die Situation sei "sehr belastend für die Betroffenen und deren Familien - das wissen wir, das haben wir als Bundesregierung fest im Blick".

Das Auswärtige Amt will neben den Charterflugzeugen Krisenunterstützungsteams nach Maskat, Doha und Dubai schicken. Weitere Teams sollen die Lage an den Grenzübergängen erkunden, wie Wadephul bekannt gab. Eine militärische Evakuierung schloss der Minister aber erneut aus. Er verwies dabei auf die geschlossenen Lufträume.

Zuständig seien in erster Linie die Airlines und die Reiseveranstalter, sagte in Berlin auch ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Eine Evakuierung durch die Bundeswehr sei "wirklich das letzte Mittel der Wahl".

Der Deutsche Reiseverband beziffert die Zahl der betroffenen deutschen Reisenden in der Region auf rund 30.000. Die Zahl beziehe sich auf Reisende mit deutschen Veranstaltern, die sich derzeit in der Region aufhalten oder Flüge über die Drehkreuze in der Region haben.

Kritik an der deutschen Regierung kommt derweil von der Opposition. "Wer bei einer Eskalation dieser Größenordnung keine Notfallpläne umsetzt, hat entweder nicht vorgesorgt oder den Ernst der Lage nicht begriffen", sagte die Grünen-Außenpolitikerin Deborah Düring dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Beides ist fatal". Deutschland müsse jetzt unverzüglich alternative Ausreisewege koordinieren und in enger Abstimmung mit internationalen Partnern sichere Evakuierungsoptionen schaffen.

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