Wirtschaft

Arbeitgeberverband Gesamtmetall rechnet mit Abbau von bis zu 150.000 Jobs 2026

  • AFP - 8. März 2026, 09:41 Uhr
Bild vergrößern: Arbeitgeberverband Gesamtmetall rechnet mit Abbau von bis zu 150.000 Jobs 2026
Stahlspulen von Thyssenkrupp
Bild: AFP

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall erwartet in diesem Jahr den Abbau von bis zu 150.000 Stellen in der Metall- und Elektroindustrie. 'Wir sind mitten in einer Deindustrialisierung und die Aussichten sind sehr düster', sagte Gesamtmetall-Chef Zander.

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall erwartet in diesem Jahr den Abbau von bis zu 150.000 Stellen in der Metall- und Elektroindustrie. "Wir sind mitten in einer Deindustrialisierung und die Aussichten sind sehr düster. Die Situation ist wirklich dramatisch", sagte Gesamtmetall-Chef Oliver Zander den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Sonntag. Der Standort Deutschland habe ein Kostenproblem.

"Die Metall-Elektro-Industrie ist in der Krise", sagte Zander. "Seit 2018 haben wir schon 270.000 Arbeitsplätze verloren. Wir sind in unserer Branche im vergangenen Monat unter 3,8 Millionen Beschäftigte gefallen." Das habe es zuletzt 2015 gegeben.

Zander sagte den Funke-Zeitungen, in Deutschland gebe es zu hohe Energiekosten, zu hohe Unternehmensteuern, zu hohe Sozialabgaben und zu viel Bürokratie. "Wir sind so unattraktiv, dass hier nicht mehr in ausreichendem Maße investiert wird, sodass Produktionsanlagen veralten und keine neuen Arbeitsplätze aufgebaut werden. Im Gegenteil." Die Metall- und Elektro-Industrie sei "in der größten Krise seit Gründung der Bundesrepublik".

Der Verbandschef forderte Reformen - etwa ein höheres Renteneintrittsalter. Die Rente mit 63 sei "ein Irrweg". Nach längeren Wochenarbeitszeiten gefragt, sagte Zander, jede Arbeitsstunde, die gebraucht und individuell geleistet werde, vor allem in Zeiten des demografischen Wandels, sei hilfreich. "Denn das bedeutet Wachstum. Und Wachstum und Arbeitszeit hängen ganz eng miteinander zusammen."

Weitere Meldungen

Immer mehr Beschäftigte im Niedriglohnsektor armutsgefährdet

Duisburg (dts Nachrichtenagentur) - Fast jeder fünfte abhängig Beschäftigte in Deutschland hat im vergangenen Jahr im Niedriglohnsektor gearbeitet. Das teilte die Universität

Mehr
Ifo-Institut: Geschäftsklima im Wohnungsbau hellt sich auf

München (dts Nachrichtenagentur) - Die Stimmung im Wohnungsbau verbessert sich weiter. Das Ifo-Geschäftsklima stieg von -20,8 im Januar auf -17,6 Punkte im Februar, teilte das

Mehr
EU-Energieminister beraten vor dem Hintergrund steigender Öl- und Gaspreise

Vor dem Hintergrund steigender Öl- und Gaspreise infolge des Iran-Kriegs treffen sich am Montag die Energieminister der EU in Brüssel. Das Treffen dient der Vorbereitung des

Mehr

Top Meldungen

Bahn zahlte 2025 etwa 156 Millionen Euro an Entschädigungen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Bahn (DB) aufgrund der hohen Unpünktlichkeit im Fernverkehr insgesamt 156,1 Millionen Euro an

Mehr
Bahn reduziert geplante Arbeitszeit im Fernverkehr

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bahn-Tochter DB Fernverkehr hat zum 1. März die geplante Arbeitszeit des fahrenden Personals aufgrund der vielen Verspätungen um rund eine

Mehr
Union will Mineralölkonzerne "genauer in den Blick nehmen"

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Unionsfraktion hält die Kritik von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) an den hohen Spritpreisen für "berechtigt". "Wenn

Mehr