Wirtschaft

Bahngewerkschaft warnt vor Personalflucht wegen zunehmender Gewalt

  • AFP - 8. März 2026, 11:05 Uhr
Bild vergrößern: Bahngewerkschaft warnt vor Personalflucht wegen zunehmender Gewalt
Polizei an Hauptbahnhof von Frankfurt am Main
Bild: AFP

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat vor Kündigungen bei der Bahn wegen der zunehmenden Gewalt gewarnt. Eine Umfrage unter ihren Mitgliedern ergab, dass fast jeder dritte Mitarbeiter über eine Kündigung nachdenkt.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat vor Kündigungen bei der Deutschen Bahn (DB) wegen der zunehmenden Gewalt gewarnt. Eine Umfrage unter ihren Mitgliedern ergab, dass fast jeder dritte Mitarbeiter über eine Kündigung nachdenkt, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtete. Viele nannten demnach als Grund den Anstieg von Unsicherheit und Gewalt. "Einen so massiven Personalverlust kann kein Unternehmen kompensieren", warnte der stellvertretende EVG-Vorsitzende Kristian Loroch. Die Deutsche Bahn verwies auf ein vor wenigen Wochen beschlossenes Maßnahmenpaket für mehr Sicherheit.

Die EVG ist die mitgliederstärkste Bahngewerkschaft in Deutschland mit nach eigenen Angaben rund 185.000 Mitgliedern. An der Befragung nahmen dem RND-Bericht zufolge 4000 Beschäftigte mit Kundenkontakt teil. Zwei Drittel von ihnen fühlen sich demnach auf der Arbeit immer unsicherer, die Hälfte hat bereits einen körperlichen Übergriff erlebt. Die große Mehrheit der Beschäftigten mit Kundenkontakt beklagt Beschimpfungen, Beleidigungen und Bedrohungen.

"Die Übergriffe auf DB-Mitarbeitende nehmen, genauso wie auf Angehörige von Polizeien, Feuerwehren und Rettungsdiensten, seit Jahren zu", bestätigte am Samstag die Deutsche Bahn. "Jede Form von Gewalt ist völlig inakzeptabel." 

EVG-Vize Loroch mahnte, die ausufernde Gewalt bringe "das ganze System ins Wanken". Bahnunternehmen und Politik müssten das Problem endlich in den Griff bekommen. "Sonst könnten bald massenhaft Züge und Busse wegen Personalmangels stehenbleiben", sagte er dem RND.

Im Februar war ein Zugbegleiter in einem Regionalzug in Rheinland-Pfalz von einem Fahrgast ohne gültiges Ticket brutal angegriffen worden. Der 36-Jährige starb später an seinen Verletzungen. Mitte Februar richtete die Bahn daraufhin einen "Sicherheitsgipfel" mit Gewerkschaftern sowie Vertretern aus Politik und Behörden aus. Beschlossen wurde unter anderem die Einstellung von 200 zusätzlichen Kräften bei der DB Sicherheit, eine Verbesserung der Schutzausrüstung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und eine bessere Zusammenarbeit mit der Bundespolizei. 

Weitere Meldungen

Immer mehr Beschäftigte im Niedriglohnsektor armutsgefährdet

Duisburg (dts Nachrichtenagentur) - Fast jeder fünfte abhängig Beschäftigte in Deutschland hat im vergangenen Jahr im Niedriglohnsektor gearbeitet. Das teilte die Universität

Mehr
Ifo-Institut: Geschäftsklima im Wohnungsbau hellt sich auf

München (dts Nachrichtenagentur) - Die Stimmung im Wohnungsbau verbessert sich weiter. Das Ifo-Geschäftsklima stieg von -20,8 im Januar auf -17,6 Punkte im Februar, teilte das

Mehr
EU-Energieminister beraten vor dem Hintergrund steigender Öl- und Gaspreise

Vor dem Hintergrund steigender Öl- und Gaspreise infolge des Iran-Kriegs treffen sich am Montag die Energieminister der EU in Brüssel. Das Treffen dient der Vorbereitung des

Mehr

Top Meldungen

Bahn zahlte 2025 etwa 156 Millionen Euro an Entschädigungen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Bahn (DB) aufgrund der hohen Unpünktlichkeit im Fernverkehr insgesamt 156,1 Millionen Euro an

Mehr
Bahn reduziert geplante Arbeitszeit im Fernverkehr

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bahn-Tochter DB Fernverkehr hat zum 1. März die geplante Arbeitszeit des fahrenden Personals aufgrund der vielen Verspätungen um rund eine

Mehr
Union will Mineralölkonzerne "genauer in den Blick nehmen"

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Unionsfraktion hält die Kritik von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) an den hohen Spritpreisen für "berechtigt". "Wenn

Mehr