Wirtschaft

Wirtschaftsweise Grimm warnt vor neuer Inflation

  • dts - 10. März 2026
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Aral-Tankstelle (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Berlin/München (dts Nachrichtenagentur) - Angesichts steigender Öl- und Gaspreise im Zuge des Iran-Kriegs rechnet die Wirtschaftsweise Veronika Grimm mit einer steigenden Inflation.

"Die Kombination aus Energie-, Transport- und Lebensmittelpreisschocks dürfte erneut Inflationsdruck erzeugen", sagte Grimm den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagsausgaben). Je länger die Blockade der Straße von Hormus anhalte, desto stärker seien die globalen Auswirkungen. "Steigende Energiepreise wirken wie eine globale Steuer auf Wachstum. Die aktuellen Entwicklungen dürften daher die weltweiten Konjunkturaussichten spürbar eintrüben", so Grimm.

Das Ifo-Institut rechnete mit einer Steigerung der Inflationsrate auf 2,5 Prozent - wenn die Öl- und Gaspreise innerhalb der nächsten Wochen wieder sinken. "Dieser kurzfristige Energiepreisanstieg würde das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr gegenüber Vorkriegs-Schätzungen um rund 0,2 Prozentpunkte verlangsamen, sodass wir mit einem Wachstum von 0,8 Prozent in diesem und 1,2 Prozent im nächsten Jahr rechnen", sagte Timo Wollmershäuser, Ifo-Konjunkturchef, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Sollten die Preise für fossile Energie allerdings für einen längeren Zeitraum stark erhöht auf dem aktuellen Niveau bleiben, könnte die Inflation in der Spitze bis auf knapp 3 Prozent steigen. "Dies würde das Wachstum um weitere 0,2 Prozentpunkte auf nur noch 0,6 Prozent in diesem Jahr und um 0,4 Prozentpunkte auf 0,8 Prozent im kommenden Jahr bremsen."

Von einer erneuten Inflationswelle im Lebensmittelbereich will Deutschlands oberste Verbraucherschützerin Ramona Pop zwar noch nicht sprechen. "Die Versorgung ist derzeit gesichert, die Lieferketten sind weitgehend stabil. Mittel- bis langfristig könnten hohe Sprit- und Düngerpreise vor allem einzelne verarbeitete Produkte verteuern", sagte die Vorsitzende der Bundesverbraucherzentrale den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Pop forderte die Bundesregierung daher auf, für mehr Transparenz in der Preisbildung bei Lebensmitteln zu sorgen. "So können mögliche Kostentreiber frühzeitig erkannt und gezielt angegangen werden."

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