Politik

Bericht: Union offen für höheren Spitzensteuersatz

  • AFP - 13. März 2026, 09:03 Uhr
Bild vergrößern: Bericht: Union offen für höheren Spitzensteuersatz
Produktion von 200-Euro-Scheinen
Bild: AFP

CDU und CSU sind laut einem Bericht des Düsseldorfer 'Handelsblatts' grundsätzlich offen für einen höheren Spitzensteuersatz. Dies gelte dann, wenn ein solcher Schritt Teil eines größeren Pakets mit Entlastungen für die meisten Menschen sei, hieß es.

CDU und CSU sind laut einem Bericht des Düsseldorfer "Handelsblatts" grundsätzlich offen für einen höheren Spitzensteuersatz. Dies gelte dann, wenn ein solcher Schritt Teil eines größeren Pakets mit umfassenden Entlastungen für die meisten Steuerzahlerinnen und Steuerzahler sei, hieß es in der Freitagsausgabe der Zeitung. Hintergrund sind entsprechende Vorschläge von Expertinnen und Experten sowie aus der SPD.

Das "Handelsblatt" verwies in dem Bericht auf einen Vorschlag des Steuerexperten Stefan Bach vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Demnach solle der so genannte Mittelstandsbauch – also der starke Belastungsanstieg für mittlere Einkommen – abgebaut werden. Auch der Solidaritätszuschlag solle komplett wegfallen. Im Gegenzug schlug Bach eine Anhebung des Spitzensteuersatzes von 42 auf 49 Prozent vor. Dieser solle jedoch künftig erst ab einem Grenzwert von 90.000 Euro für das Jahreseinkommen greifen, was Forderungen der Union entgegenkommt.

Dies gehe "in die richtige Richtung", sagte der finanzpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Fritz Güntzler (CDU), dazu der Zeitung. Der Vorschlag sei geeignet, um "in eine Diskussion über die dringende Reform des Einkommensteuertarifs einzusteigen". Weiter hob Güntzler hervor: "Wir brauchen eine spürbare Entlastung der unteren und der mittleren Einkommen." 

Unterstützung signalisierte demnach der CSU-Abgeordnete Florian Dorn. "Es ist ein Konzept, das durchaus als Basis dienen kann, wenn wir in der Koalition über eine mutige Einkommensteuerreform beraten." Die Folge dieses Modells wäre: "Fast alle haben mehr in der Tasche, vor allem die Mittelschicht wird spürbar entlastet." Auch aus der Fraktionsführung der Union und der CDU-Parteiführung hieß es dem Bericht zufolge, eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes könnte notwendig sein, um eine große Steuerreform hinzubekommen. 

Eine Absage erteilte Güntzler jedoch demnach Forderungen der SPD sowie von Grünen und Linkspartei nach einer Verschärfung der Erbschaftsteuer oder einer Wiedererhebung der Vermögensteuer. "Beides käme jetzt zur Unzeit", sagte er. "Es gäbe weitere Verunsicherung in der jetzt schon strauchelnden Wirtschaft." Stattdessen plädierte Güntzler zur Gegenfinanzierung für Einsparungen im Haushalt und den Abbau von Subventionen.

Zudem brachte der CDU-Politiker eine Erhöhung der Mehrwertsteuer ins Spiel. "Ich persönlich könnte mir in diesem Rahmen eine moderate Erhöhung der Umsatzsteuer vorstellen", sagte Güntzler dem "Handelsblatt".

Weitere Meldungen

CSU-Generalsekretär für Bau kleiner Atomkraftwerke

CSU-Generalsekretär Martin Huber hat sich für den Bau kleiner Atomkraftwerke ausgesprochen und sich damit gegen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gestellt. Mit Blick auf

Mehr
Rheinland-Pfalz: Umfragen vor Landtagswahl sehen enges Rennen von CDU und SPD

Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz zeichnet sich ein enges Rennen von CDU und SPD um den Sieg ab. Laut einer Erhebung für das ZDF vom Freitag kann die CDU von

Mehr
Konjunkturforscher Schmidt: "Inflation könnte in diesem Jahr auf sechs Prozent steigen"

Der Konjunktur-Chef des RWI-Leibniz-Institutes, Torsten Schmidt, hat im Fall einer langen Dauer des Iran-Krieges vor einer hohen Inflation gewarnt. "Bei einem längeren Krieg

Mehr

Top Meldungen

Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2025 auf Zehn-Jahres-Hoch

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Im Jahr 2025 haben die deutschen Amtsgerichte 24.064 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis)

Mehr
Großhandelspreise im Februar gestiegen

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Die Verkaufspreise im Großhandel sind im Februar 2026 um 1,2 Prozent höher gewesen als im Februar 2025. Im Januar 2026 sowie im Dezember

Mehr
Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte im Januar gesunken

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte sind im Januar 2026 um 10,1 Prozent niedriger als im Januar 2025 gewesen. Im Dezember 2025

Mehr