Politik

SPD-Vize zum Sondervermögen: Aufholen der Versäumnisse "geht nicht über Nacht"

  • AFP - 18. März 2026, 08:43 Uhr
Bild vergrößern: SPD-Vize zum Sondervermögen: Aufholen der Versäumnisse geht nicht über Nacht
Euro-Geldscheine
Bild: AFP

SPD-Parteivize Wiebke Esdar hat die Kritik an der Verwendung der Mittel aus dem milliardenschweren Sondervermögen zurückgewiesen. Die Studien zweier Wirtschaftsforschungsinstitute 'messen ein Jahrzehntsprojekt mit der Stoppuhr', sagte sie AFP.

SPD-Parteivize Wiebke Esdar hat die Kritik an der Verwendung der Mittel aus dem milliardenschweren Sondervermögen zurückgewiesen. Die Studien zweier Wirtschaftsforschungsinstitute "messen ein Jahrzehntsprojekt mit der Stoppuhr", sagte sie am Mittwochmorgen der Nachrichtenagentur AFP. "Marode Brücken, Schienen und Energienetze lassen sich nicht einfach mal zwischen Weihnachten und Ostern reparieren." Derzeit würden gerade Versäumnisse mehrerer Jahrzehnte nachgeholt.

Esdar bezog sich auf Einschätzungen des Ifo-Instituts sowie des IW Köln zur Verwendung der Mittel aus dem vor einem Jahr beschlossenen Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität. Die Ökonomen hatten in eigenen Berechnungen dargelegt, dass der ganz überwiegende Teil der Mittel bislang nicht für "zusätzliche Investitionen", sondern zum Stopfen von Haushaltslöchern verwendet wurde. Damit seien die Mittel zweckentfremdet worden.

"Der Erfolg des Sondervermögens misst sich daran, ob die Infrastruktur bei den Menschen vor Ort besser wird", argumentierte Esdar. Das Aufholen der Versäumnisse sei überfällig, gehe aber nicht über Nacht, sagte sie AFP. "Wir lassen uns von solcher Ungeduld nicht von dem Kurs abbringen, Deutschland endlich wieder auf Vordermann zu bringen."

Auch das SPD-geführte Finanzministerium hatte die Vorwürfe am Dienstag zurückgewiesen: Tatsächlich handle es sich bei den Investitionen aus dem Sondervermögen "um zusätzliche Investitionen in die Modernisierung des Landes, die die Investitionen aus dem Kernhaushalt ergänzen", erklärte eine Ministeriumssprecherin. Wegen der vorläufigen Haushaltsführung seien die Mittel erst im Oktober 2025 einsatzbereit gewesen. Außerdem sei als Vergleichsgröße der von der Ampel-Regierung entworfene Haushalt genommen worden, der "nicht ausfinanziert" gewesen sei.

Aus der Opposition und von Verbänden war hingegen scharfe Kritik an der Regierung gekommen. Deutliche Worte der Kritik fand auch JU-Chef Johannes Winkel.

Weitere Meldungen

Zentralrat: Linkspartei "bietet Judenhass ein Zuhause"

Nach dem jüngsten Beschluss der Linkspartei Niedersachsen zur Ablehnung des Zionismus hat der Zentralrat der Juden der Partei Antisemitismus vorgeworfen. "Dem Judenhass, den sie

Mehr
Grüne dringen angesichts hoher Energiepreise auf rasche Entlastungen

Die Grünen dringen angesichts der hohen Energiepreise auf rasche Entlastungen für die Bürgerinnen und Bürger. Parlamentsgeschäftsführerin Irene Mihalic warnte am Mittwoch

Mehr
Studie: Paare in Homeoffice bekommen mehr Kinder

Paare im Homeoffice bekommen einer Studie zufolge mehr Kinder. In Haushalten mit mindestens einem Tag Homeoffice in der Woche liege die Geburtenrate im Durchschnitt um 14 Prozent

Mehr

Top Meldungen

Studie: Paare im Homeoffice bekommen mehr Kinder

München (dts Nachrichtenagentur) - In Haushalten mit mindestens einem Tag Homeoffice in der Woche liegt die Geburtenrate im Durchschnitt um 14 Prozent höher als in Haushalten

Mehr
Auftragsbestand der Industrie schrumpft etwas

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Der reale Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland ist im Januar 2026 gegenüber Dezember saison- und kalenderbereinigt um 0,4

Mehr
Deutlich mehr Baugenehmigungen für Wohnungen im Januar

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Im Januar 2026 ist in Deutschland der Bau von 19.500 Wohnungen genehmigt worden. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch

Mehr