Brennpunkte

Schlag gegen Botnetze: Zwei der weltgrößten IT-Schadprogramme lahmgelegt

  • AFP - 20. März 2026, 11:49 Uhr
Bild vergrößern: Schlag gegen Botnetze: Zwei der weltgrößten IT-Schadprogramme lahmgelegt
Kabel an Server
Bild: AFP

Ermittlern ist ein Schlag gegen zwei der weltweit größten Schadprogramme für Computer gelungen. Die technische Infrastruktur der beiden Botnetze Aisuru und Kimwolf wurden abgeschaltet. Sie waren eine erhebliche Bedrohung für IT-Infrastrukturen.

Ermittlern ist ein Schlag gegen zwei der weltweit größten kriminellen Cybernetzwerke gelungen. In einer international abgestimmten Aktion mit Strafverfolgungsbehörden aus Kanada und den USA konnte technische Infrastruktur der beiden sogenannten Botnetze Aisuru und Kimwolf, die "eine erhebliche Bedrohung für IT-Infrastrukturen" darstellten, abgeschaltet werden, wie das Bundeskriminalamt in Wiesbaden und die Generalstaatsanwaltschaft Köln am Freitag mitteilten.

Ein solches Schadprogramm vernetzt mit Schadsoftware infizierte Computer, Smartphones oder Router, die von Cyberkriminellen ferngesteuert werden. Infizierte Geräte können missbraucht werden, um etwa an persönliche Daten zu gelangen oder um großflächige Cyberangriffe auf Infrastrukturen Dritter vorzunehmen.

Die beiden nun abgeschalteten Schadprogramme stellten den Behörden zufolge aufgrund ihrer Größe und damit einhergehenden Angriffskapazität eine erhebliche Bedrohung für Computersysteme und andere IT-Infrastrukturen dar.

Die Strafverfolger identifizierten zudem zwei mutmaßliche Administratoren. Auf die Beschuldigten kämen nun rechtliche Konsequenzen zu. Deren Wohnorte in Deutschland und in Kanada wurden den Angaben zufolge durchsucht. Umfassende Beweismittel seien beschlagnahmt worden, darunter Datenträger und Kryptowährungen im fünfstelligen Bereich.

Dem Aisuru-Botnetz wird ein Zusammenschluss aus mutmaßlich mehreren Millionen mit Schadsoftware infizierten Geräten wie beispielsweise Routern und Webcams zugerechnet. In direktem Zusammenhang damit steht den Angaben zufolge das Kimwolf-Botnetz. Auch dieses umfasse mehrere Millionen infizierte Geräte, überwiegend Android-Fernsehboxen. Dem internationalen Schlag gegen die Schadprogramme gingen mehrmonatige Ermittlungen voraus.

Die Infizierung mit der den Botnetzen zugrunde liegenden Schadsoftware können demnach ohne aktives Zutun der Geschädigten auftreten. Die Schadsoftware wird direkt an internetverbundene IoT- und Android-Geräte verbreitet, die entsprechende Schwachstellen aufweisen. Besonders gefährdet sind demnach sogenannte IoT-Geräte ohne ausreichende Sicherheitsfeatures oder ohne aktuelle Sicherheitsupdates. Fehlende oder schwache Passwörter erhöhen das Risiko zusätzlich.

IoT-Geräte sind smarte, das heißt intelligente Geräte, die sich wie Computer verhalten und mit anderen Geräten vernetzt sind. Dazu zählen beispielsweise Smartwatches, Smarthome und Smart-TV, aber auch digital vernetzte Maschinen in der Industrie.

Weitere Meldungen

Kronprinzessin Mette-Marit: Wurde von Epstein "manipuliert und getäuscht"

Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit ist nach eigenen Worten von dem verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein "manipuliert und getäuscht" worden. Es sei für sie

Mehr
Betrug in Darknet bringt Ermittler weltweit auf Spur von Pädophilen

Aus China heraus soll ein 35 Jahre alter Mann mit einer Betrugsmasche im Darknet Pädophile zum Kauf vermeintlicher kinderpornografischer Bilder gebracht haben. Bayerische

Mehr
Bundesregierung hält sich bei Straße von Hormus alle Optionen offen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundesregierung hält sich mit Blick auf eine mögliche deutsche Beteiligung an Sicherungsmaßnahmen in der Straße von Hormus weiter alle

Mehr

Top Meldungen

Keine Bewegung: Knapp die Hälfte der Beschäftigten arbeitet nach Tarifvertrag

Bei der Tarifbindung in deutschen Betrieben gibt es keine Bewegung - nach wie vor arbeitet knapp die Hälfte der Beschäftigten hierzulande nach Tarif. Wie das Statistische

Mehr
Euro bleibt führende Währung bei Exporten in Drittstaaten

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Im Jahr 2025 ist der Euro bei deutschen Warenexporten in Staaten außerhalb der Europäischen Union das meistverwendete Zahlungsmittel

Mehr
Erzeugerpreise im Februar deutlich gesunken

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte sind im Februar 2026 um 3,3 Prozent niedriger gewesen als im Februar 2025. Wie das Statistische

Mehr