Politik

Geheimdienst: Aus Russland kommende Drohne trifft Kraftwerk in Estland

  • AFP - 25. März 2026, 11:48 Uhr
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Bundeswehrsoldat mit Drohnen-Jammer in Hamburg
Bild: AFP

Eine aus Russland kommende Drohne hat nach Angaben des estnischen Inlandsgeheimdienstes ein Kraftwerk in dem Nato-Mitgliedstaat getroffen. Die Drohne habe 'den Schornstein des Kraftwerks Auvere' getroffen, teilte der Geheimdienst ISS mit.

Eine aus Russland kommende Drohne hat nach Angaben des estnischen Inlandsgeheimdienstes ein Kraftwerk in dem Nato-Mitgliedstaat getroffen. Die Drohne habe "den Schornstein des Kraftwerks Auvere" getroffen, teilte der Geheimdienst ISS am Mittwoch mit. Die Drohne drang den Angaben zufolge "aus dem russischen Luftraum in den estnischen Luftraum ein", verletzt worden sei niemand. Auch in Lettland wurde eine aus Russland kommende Drohne gemeldet.

Das in Estland von der Drohne getroffene Kraftwerk wird von dem Unternehmen Enefit Power Group betrieben und liegt im Nordosten nahe der russischen Grenze. Die estnischen Behörden machten keine Angaben dazu, ob es sich um eine aus Russland abgefeuerte Drohne handelte oder die Drohne lediglich zuvor den russischen Luftraum durchquert hatte. 

Sie wiesen jedoch darauf hin, dass die Ukraine in der Nacht zum Mittwoch zahlreiche Angriffe in Russland geflogen hatte. Diese zielten insbesondere auf den wichtigen Hafen von Ust-Luga im an die estnische Küste grenzenden Finnischen Meerbusen. Der ISS übernahm die Untersuchungen zu dem Drohnen-Vorfall. 

In dem ebenso wie Estland der Nato und EU angehörenden Lettland stürzte nach Regierungsangaben eine ebenfalls aus dem russischen Luftraum kommende Drohne ab. Die Drohne sei vermutlich aus der Ukraine abgefeuert worden, teilte Ministerpräsidentin Evika Silina im Onlinedienst X mit. Nähere Angaben zu diesem Drohnen-Vorfall wurden zunächst nicht gemacht. Lettland liegt auf der möglichen Flugbahn für ukrainische Drohnenangriffe auf das Gebiet von Ust-Luga. 

Bereits am Montag war eine ukrainische Drohne in einem See nahe der Stadt Varena im Süden Litauens abgestürzt, als die ukrainischen Streitkräfte den russischen Hafen Primorsk nahe der finnischen Grenze angegriffen hatten.

"Das sind die Folgen des groß angelegten Angriffskriegs Russlands", erklärte ISS-Generaldirektor Margo Palloson zu dem Drohnenvorfall in seinem Land. Der Geheimdienstchef zeigte sich besorgt, dass es künftig weitere solche Drohnen-Vorfälle geben könnte. 

Im Zuge des seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine waren im Luftraum europäischer Nato-Staaten immer wieder Drohnen an Flughäfen und Militäreinrichtungen gesichtet worden, unter anderem auch in Deutschland. Russische Drohnen oder Militärflugzeuge waren zudem mehrfach in den Luftraum unter anderem Polens, der baltischen Staaten und Rumäniens eingedrungen.

Russland und Estland teilen sich eine knapp 300 Kilometer lange Grenze. Sie ist Teil der Nato-Außengrenze. 

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