Brennpunkte

Frankreichs Parlamentspräsidentin bereut Schweigeminute für getöteten Ultrarechten

  • AFP - 25. März 2026, 13:20 Uhr
Bild vergrößern: Frankreichs Parlamentspräsidentin bereut Schweigeminute für getöteten Ultrarechten
Trauermarsch für getöteten Ultrarechten
Bild: AFP

Gut fünf Wochen nach dem gewaltsamen Tod eines Ultrarechten in Frankreich infolge einer Schlägerei mit Linksextremen hat die Parlamentspräsidentin eine Schweigeminute für den Getöteten bereut.

Gut fünf Wochen nach dem gewaltsamen Tod eines Ultrarechten in Frankreich infolge einer Schlägerei mit Linksextremen hat die Parlamentspräsidentin eine Schweigeminute für den Getöteten bereut. "Wenn wir damals gewusst hätten, was für ein Profil er hatte, dann hätten wir das nicht getan", sagte Yaël Braun-Pivet am Mittwoch in Paris. "Aus heutiger Sicht kann man die Schweigeminute bereuen", fügte sie hinzu. 

Braun-Pivet erinnerte daran, dass damals alle Fraktionen dem Antrag des rechtsextremen Abgeordneten Eric Ciotti zugestimmt hatten, der um die Schweigeminute gebeten hatte. Die Abgeordneten der Nationalversammlung hatten in Gedenken an den getöteten Quentin Deranque am 17. Februar eine Schweigeminute gehalten. 

Das Investigativmagazin "Mediapart" berichtete später, dass Deranque in Onlinediensten zahlreiche rassistische Bemerkungen gemacht und seine Bewunderung für den Nationalsozialismus und Adolf Hitler zum Ausdruck gebracht habe. Er hatte zudem Verbindungen zu mehreren ultrarechten Gruppen und nahm an Boxtrainings unter dem Motto "Selbstverteidigung der Weißen" teil.

Deranque war Mitte Februar bei einer Prügelei zwischen rechts- und linksextremen Gruppen tödlich verletzt worden. Die Justiz ermittelt gegen acht Männer im Alter zwischen 20 und 26 Jahren wegen Totschlags oder Beihilfe zum Totschlag. Zwei der Verdächtigen sind ehemalige Mitarbeiter eines linkspopulistischen Abgeordneten. 

Der Tod des 23-jährigen Deranque hatte in Frankreich zu erheblichen Spannungen zwischen den politischen Lagern geführt. Mehr als 3200 Menschen beteiligten sich an einem Trauermarsch, zu dem rechtsextreme und erzkatholische Gruppen aufgerufen hatten. 

Weitere Meldungen

Merz hält Deutschland derzeit nicht für "verteidigungsfähig"

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hält Deutschland derzeit nicht für "verteidigungsfähig". "Die Bundesrepublik Deutschland ist nur dann stark

Mehr
Feuer mit Millionenschaden in Ulmer Theaterlager: Haftstrafe für Brandstifter

Neun Monate nach einem verheerenden Großbrand im Lager des Ulmer Theaters ist ein 42-Jähriger als Brandstifter verurteilt worden. Das Landgericht in der baden-württembergischen

Mehr
Sozialbetrug und Steuerhinterziehung: Großrazzia bei Baufirmen in Norddeutschland

In Norddeutschland sind Ermittler am Mittwoch zu einer Großrazzia wegen Verdachts auf Sozialbetrug und Steuerhinterziehung im Baugewerbe ausgerückt. Es wurden insgesamt 45 Wohn-

Mehr

Top Meldungen

Hapag-Lloyd erwartet hohe Mehrkosten durch Hormus-Blockade

Hamburg (dts Nachrichtenagentur) - Der Krieg in Nahost belastet den Containerreeder Hapag-Lloyd nach Angaben von Vorstandschef Rolf Habben Jansen spürbar. Derzeit befänden sich

Mehr
Löhne für Beschäftigte in der Landwirtschaft sollen um rund zehn Prozent steigen

Die bundesweit rund 500.000 Beschäftigten in der Landwirtschaft sollen künftig höhere Löhne bekommen. Wie der Gesamtverband der Deutschen Land- und Forstwirtschaftlichen

Mehr
CSU lehnt Abschaffung des Ehegattensplittings ab

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die im Bund mitregierende CSU erteilt SPD-Plänen zu einer Abschaffung des Ehegattensplittings eine klare Abfuhr. "Wir wenden uns klar gegen

Mehr