Lifestyle

Israels Botschafter Prosor für Pflichtbesuche in KZ-Gedenkstätten

  • dts - 5. April 2026
Bild vergrößern: Israels Botschafter Prosor für Pflichtbesuche in KZ-Gedenkstätten
Konzentrationslager Auschwitz (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Zur Bekämpfung von Judenhass in Deutschland rät Israels Botschafter Ron Prosor zu Pflichtbesuchen von Schülern in KZ-Gedenkstätten sowie einer verschärften Gesetzgebung.

Wissen über die einstigen Konzentrationslager und die Judenvernichtung wäre "gerade für die vielen Kinder mit muslimischem Migrationshintergrund" enorm wichtig, sagte Prosor dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Wenn ich in arabischen Ländern zu Besuch war und mit meinen Gastgebern über unsere Geschichte sprach, begegneten mir anfangs häufig Vorurteile gegenüber Juden und Israelis." Danach sei das Verständnis spürbar größer gewesen. Weil solche Begegnungen etwas bewirkten, müssten sie auch in Deutschland viel öfter stattfinden.

Der einzige Weg, Antisemitismus aber wirklich zu bekämpfen, führe über eine konsequente Gesetzgebung. Dazu müsse die "Arbeitsdefinition von Antisemitismus" der 1998 gegründeten Organisation International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) rechtlich verbindlich verankert werden. Diese Definition stelle klar, dass es keine legitime Kritik, sondern eine moderne Form von Antisemitismus sei, Israel zu dämonisieren oder das Existenzrecht abzusprechen. Erst mit einer solch verbindlichen Grundlage könnten Behörden und Justiz tatsächlich dagegen vorgehen.

Antisemitismus sei in Deutschland wieder salonfähig. Prosor mahnte: Wer "Kauft nicht bei Israel" sagt, meine nichts anderes als "Kauft nicht bei Juden". Es gebe drei Arten von Antisemitismus in Deutschland: Mit rechtsextremem Judenhass wisse der Staat umzugehen - politisch wie juristisch. "Antisemitismus aus der muslimischen Welt ist gefährlich, weil er die demokratische Ordnung wie ein Trojanisches Pferd unterwandert. Aber die Juden stehen in diesem Kampf nicht allein."

Der Antisemitismus von links sei der am schwersten zu bekämpfende, weil er sich auf "dem schmalen Grat zwischen Meinungsfreiheit und Aufhetzungsfreiheit" bewege. "Und dieser Grat wird jeden Tag überschritten." Das zeige sich besonders in akademischen und kulturellen Kreisen, wo Judenhass hinter einer Fassade aus Bildung, moralischer Überlegenheit und politischer Korrektheit getarnt sei.

Weitere Meldungen

Leo XIV. leitet erstmals Ostermesse und spricht Segen "Urbi et Orbi"

Erstmals seit seinem Amtsantritt wird Papst Leo XIV. am Sonntag die Ostermesse auf dem Petersplatz leiten und den päpstlichen Segen "Urbi et Orbi"  sprechen. Zu der Messe - bei

Mehr
Lauterbach empfiehlt nun doch Fleischkonsum - gegen Demenz

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Obwohl Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sich selbst nur von Gemüse und Fisch ernährt, empfiehlt er den Verzehr von Fleisch für

Mehr
AOK hält sinkende Kassenbeiträge nach Reformen für möglich

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Carola Reimann, stellt sinkende Krankenkassenbeiträge in Aussicht, wenn die Bundesregierung

Mehr

Top Meldungen

IEA-Vorschläge kommen im Wirtschaftsministerium gut an

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Im Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) kommen die Empfehlungen der Internationalen Energieagentur (IEA) zur Reduzierung des Ölpreisdrucks

Mehr
Wirtschaftsministerium klar gegen staatliche Gas-Reserve

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Das Bundeswirtschaftsministerium positioniert sich mittlerweile relativ klar gegen den Aufbau einer möglichen staatlichen Gas-Reserve. Laut

Mehr
Arbeitgeber rechnen mit wirtschaftlicher Verschlechterung

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Mehrheit der Unternehmen in Deutschland rechnet mit einer weiteren Eintrübung der Konjunktur. 63 Prozent erwarten in den kommenden sechs

Mehr