Brennpunkte

Bundeswehr-Digitalfunk kostet bereits rund zwei Milliarden Euro

  • dts - 6. April 2026, 07:00 Uhr
Bild vergrößern: Bundeswehr-Digitalfunk kostet bereits rund zwei Milliarden Euro
Bundeswehr-Soldaten (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Für das stockende Digitalfunk-Projekt der Bundeswehr sind bereits rund zwei Milliarden Euro ausgegeben worden - obwohl die Technik bislang nicht einsatzfähig ist. Das geht aus einem vertraulichen Schreiben des Verteidigungsministeriums an den Bundestag hervor, über das die "Welt" berichtet.

Demnach belaufen sich die bisherigen Ausgaben auf etwa 1,749 Milliarden Euro. Hinzu kommen weitere 299 Millionen Euro für sogenannte flankierende Maßnahmen. Die Gesamtsumme ist nach Ministeriumsangaben bereits abgeflossen. Angaben zu diesen Kosten waren bislang nicht öffentlich bekannt, das Funkprojekt steht seit Monaten in der Kritik.

Das Geld floss in das Großprojekt "Digitalisierung Landbasierte Operationen" (D-LBO), das als eines der komplexesten Rüstungsvorhaben der Bundeswehr gilt. Ziel ist es, Soldaten, Fahrzeuge und Gefechtsstände digital zu vernetzen und so ein modernes Gefechtsmanagement zu ermöglichen. Neben Funkgeräten umfasst das Projekt auch weitere Technologien wie eine europäische Wellenform ("Essor"), die Anbindung an zellulare Netze sowie verschiedene Funksysteme für unterschiedliche Fahrzeugtypen.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europaparlament, kritisierte den Umgang mit Mitteln und Strukturen im Verteidigungsbereich scharf. Über Jahre habe es an Geld gefehlt, zugleich hätten "verkrustete Strukturen" insbesondere in der Beschaffung notwendige Fortschritte gebremst. Nun aber sei die Situation paradoxerweise kaum besser: Zwar stünden durch das Sondervermögen erhebliche Mittel zur Verfügung, doch die veralteten Strukturen bestünden fort. Das sei aber noch schlimmer, "weil offensichtlich jetzt ohne wirksame Planung und Kontrolle das Sondervermögen, für das sich die Bundesregierung auf Kosten der Jungen hoch verschuldet hat, zum Fenster rausgeschmissen wird."

"Und die Frage drängt sich auf, angesichts der sicherheitspolitischen Lage, in der wir uns befinden, wo ist eigentlich der Verteidigungsminister?", so Strack-Zimmermann.

Weitere Meldungen

Eindringen von Drohne in Nordkorea: Seoul bestätigt Beteiligung von Regierungsbeamten

Nach dem Eindringen einer Drohne in Nordkorea Anfang des Jahres hat Südkoreas Präsident Lee Jae Myung die Beteiligung von Regierungsbeamten an dem Vorfall bestätigt. "Es wurde

Mehr
Igel-Schutz: Städtetag fordert bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter

Der Deutsche Städtetag hat zum Schutz von Igeln und anderen Kleintieren ein Nachtfahrtverbot für Mähroboter gefordert. "Gerade in den Abendstunden sind in den Gärten viele

Mehr
EVP-Chef Weber stellt Vetorecht in der EU infrage

Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber hat das Einstimmigkeitsprinzip in der EU infrage gestellt. "In diesen geopolitisch turbulenten Zeiten brauchen wir zwingend ein

Mehr

Top Meldungen

Opec-Staaten beschließen erhöhte Ölproduktion um 206.000 Barrel pro Tag ab Mai

Angesichts der Auswirkungen des Iran-Krieges auf die weltweiten Ölpreise haben Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder und ihrer Partner (Opec plus) zum zweiten

Mehr
CDA für Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels (CDA), Dennis Radtke, hat sich offen für eine Streichung der Mehrwertsteuer auf gesunde Lebensmittel

Mehr
Ricarda Lang will Null-Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die ehemalige Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Ricarda Lang, fordert von der Bundesregierung sofortige finanzielle Entlastungen

Mehr