Wirtschaft

Ex-Postminister Schwarz-Schilling gestorben

  • AFP - 7. April 2026, 12:24 Uhr
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Ex-Post-Minister Schwarz-Schilling
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Der ehemalige Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling (CDU) ist tot. Er starb im Alter von 95 Jahren, wie die CDU Hessen am Dienstag mitteilte.

Er führte in den 80er Jahren das Kabelfernsehen ein und ließ das Privatfernsehen zu: Der ehemalige Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling (CDU) ist tot. Er starb im Alter von 95 Jahren, wie die CDU Hessen am Dienstag mitteilte. Schwarz-Schilling war zehn Jahre lang - von 1982 bis 1992 - Minister für Post und Telekommunikation. Von 1995 bis 2004 war er Streitschlichter für Bosnien-Herzegowina, ab 2006 dann Hoher Repräsentant für das Land.

Schwarz-Schillings politische Karriere begann in Hessen, wo er 1966 in den Landtag gewählt wurde. Zehn Jahre später wechselte er in den Bundestag, dessen Mitglied er bis 2002 blieb. Er setzte sich dafür ein, das Monopol des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aufzuheben. Kanzler Helmut Kohl (CDU) machte ihn 1982 zum Minister.

In dieser Funktion forcierte Schwarz-Schilling die Einführung des Kabelfernsehens. Unter seiner Leitung entschied das Post-Ministerium, statt eines flächendeckenden Glasfasernetzes Kupferkabel zu verlegen. Dafür gab es viel Kritik.

1989 wurde unter der Leitung von Schwarz-Schilling die Privatisierung der Bundespost eingeleitet. Die drei Unternehmen Post, Postbank und Telekom wurden gegründet.

Schwarz-Schilling erklärte im Dezember 1992 seinen Rücktritt als Minister - aus Protest gegen den Umgang der Bundesregierung im damaligen Bosnien-Krieg mit den ethnischen Säuberungen der Serben. Zuvor hatte er sich bestürzt über die praktische Folgenlosigkeit der deutschen Bosnien-Politik geäußert.

Laut dem Hessischen Rundfunk starb Schwarz-Schilling am Ostermontag in seiner Wahlheimat Büdingen im hessischen Wetteraukreis. In Büdingen hatte er 1957 zusammen mit seiner Frau Marie-Luise auch die Geschäftsführung der Fabrik seines Schwiegervaters übernommen, die Accumulatorenfabrik Sonnenschein. Sie wurde 1992 verkauft.

Mit Schwarz-Schilling "verlieren wir einen großen Demokraten, einen Mann der klaren Haltung", erklärte die hessische CDU. Der Verstorbene habe als langjähriger Bundestagsabgeordneter und Postminister "die Modernisierung unseres Landes entscheidend geprägt und wichtige Weichen für die Zukunft gestellt". Schwarz-Schilling hinterlässt zwei Töchter und mehrere Enkelkinder. 

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