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Deutschland droht Schrumpfung bis 2045

  • dts - 13. April 2026, 11:01 Uhr
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Menschen in einer Fußgängerzone (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Köln (dts Nachrichtenagentur) - Deutschlands Bevölkerung könnte bis 2045 auf 81 Millionen Menschen sinken. Das geht aus der Bevölkerungsprognose des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, die am Montag veröffentlicht wurde. Der Rückgang ist demnach vor allem auf die sinkende Zuwanderung zurückzuführen. In einem Extremfall könnte die Bevölkerung sogar auf knapp 77 Millionen fallen, während die Obergrenze bei rund 85 Millionen liegt.

In der vorherigen Prognose aus dem Jahr 2024 hatte das IW noch ein moderates Wachstum bis 2040 erwartet. Die neuen Zahlen zeigen jedoch, dass wohl deutlich weniger Menschen in Deutschland leben werden als zuvor angenommen. Die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 67 Jahren wird laut Prognose bis 2045 um rund 8,3 Prozent auf etwa 50 Millionen schrumpfen. Gleichzeitig steigt die Zahl der Über-67-Jährigen von 17 auf 20,4 Millionen.

Seit vielen Jahrzehnten sterben in Deutschland mehr Menschen, als Babys geboren werden. Im Jahr 2025 betrug die Differenz 350.000. Dass die Bevölkerung dennoch lange Zeit nicht geschrumpft ist, lag an der Zuwanderung: Es wanderten mehr Menschen nach Deutschland ein, als das Land verließen. Die Migrationswende der Bundesregierung und die nur mäßig wachsende Fachkräftezuwanderung haben die Lage verändert. 2025 kamen lediglich 250.000 Menschen mehr nach Deutschland als das Land verließen. Die Bevölkerung ging in der Folge um 100.000 Einwohner zurück.

IW-Ökonom Philipp Deschermeier warnte, dass Arbeitsmarkt und Sozialversicherung viel früher und stärker unter Druck geraten könnten als bislang befürchtet. Bei schrumpfender Bevölkerung sinke auch das wirtschaftliche Potenzialwachstum - bei 20 Millionen Rentnern verschärfe das die Krise der Rentenkassen. "Die Politik muss die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte erleichtern, etwa durch schnellere Visaverfahren und eine einfachere Anerkennung ausländischer Abschlüsse", so Deschermeier.

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