Technologie

Minister Wildberger will Einsatz von Microsoft in Verwaltung verringern

  • AFP - 14. April 2026, 04:03 Uhr
Bild vergrößern: Minister Wildberger will Einsatz von Microsoft in Verwaltung verringern
Minister Wildberger
Bild: AFP

Digitalminister Wildberger (CDU) will die Abhängigkeit der öffentlichen Verwaltung von US-Softwareanbietern wie Microsoft verringern. 'Dass wir auch unabhängig werden wollen, dass wir nicht angreifbar sein dürfen, das steht außer Frage.'

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) will die Abhängigkeit der öffentlichen Verwaltung von US-Softwareanbietern wie Microsoft verringern und stärker auf eigene Lösungen setzen. Microsoft sei zwar seit Jahrzehnten ein "vertrauensvoller Partner", sagte Wildberger dem Pro-Newsletter Technologie & KI des Nachrichtenportals Politico vom Dienstag. Zugleich gelte aber: "Dass wir auch unabhängig werden wollen, dass wir nicht angreifbar sein dürfen, das steht außer Frage."

Sein Ministerium setze stärker auf Open-Source-Lösungen nach dem Vorbild einzelner Bundesländer, sagte Wildberger. "Wir sind auf dem Weg, dass wir das auch bei uns im Ministerium in erheblichem Umfang auf Arbeitsplätzen einsetzen." Dies sei Teil einer größeren Strategie. Bei Open-Source-Anwendungen können die Nutzer das Programm unabhängig von seinen Autoren in der Regel beliebig verändern. Sie können es auch weitergeben und Schwachstellen oder Fehler öffentlich machen.

Eine Verringerung der bestehenden Abhängigkeiten sei mangels europäischer Alternativen aber noch ein "weiter Weg", sagte der Minister. Die Ausgaben des Bundes für Microsoft-Software waren in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen und lagen 2025 bei rund 481,4 Millionen Euro.

Wildberger geht es nach eigenen Angaben jedoch nicht nur um den Austausch einzelner Software. Ziel sei, mit einer "Open-Source-basierten Verwaltungssoftware" auch Produkte zu entwickeln, "die nicht nur für die Verwaltung geeignet sind". Den Umbau will der Minister beschleunigen: "Das machen wir jetzt auch im großen Stil, auch mit der notwendigen Dringlichkeit."

Der Digitalminister kündigte zudem ein weiteres Entlastungspaket für die Wirtschaft an. Ziel sei, "noch vor der Sommerpause ein zweites Entlastungskabinett einzuberufen", sagte Wildberger. "Damit wollen wir die Wirtschaft erneut um mehrere Milliarden Euro Bürokratiekosten erleichtern." Ein Beispiel sei die Einführung des Gebäudetyps E - "also einfacheres Bauen mit günstigeren Standards". Hierzu befinde sich sein Ministerium derzeit in Gesprächen mit den anderen Ressorts.

Weitere Meldungen

Beschleunigter Glasfaserausbau: Recht auf Anschluss soll ausgeweitet werden

Bewohner von Mehrfamilienhäusern, die an das Glasfasernetz für schnelles Internet angeschlossen werden möchten, sollen dies nach Vorstellung von Bundesdigitalminister Karsten

Mehr
Freie Wahl beim Fernsehen: Karlsruhe prüft Sonderkündigungsrecht für Kabelverträge

Fernsehen in der Mietwohnung ist nicht mehr Teil der Nebenkosten - die Folgen dieser Neuregelung werden nun vom Bundesverfassungsgericht geprüft. Es verhandelte am Dienstag in

Mehr
Bundesverfassungsgericht verhandelt über Sonderkündigungsrecht für Kabelanschluss

Das vorübergehend eingeführte Sonderkündigungsrecht für Kabelfernsehverträge beschäftigt das Bundesverfassungsgericht. Es verhandelt am Dienstag (10.00 Uhr) in Karlsruhe

Mehr

Top Meldungen

Versichertenjahre deutscher Rentner steigen auf Rekordwert

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bürger in Deutschland sammeln immer mehr Versichertenjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung. 2025 kamen Versicherte zu Beginn ihrer

Mehr
Berliner SPD zweifelt an Reform-Zeitplan der Bundesregierung

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Berlins SPD-Vorsitzender und Bürgermeisterkandidat Steffen Krach hat die schwarz-rote Bundesregierung scharf kritisiert. Er glaube nicht an eine

Mehr
Krach schlägt "Zukunfts-Solidaritätsabgabe" vor

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach hat eine neue Solidaritätsabgabe auf hohe Einkommen vorgeschlagen. Damit sollen finanzielle

Mehr