Brennpunkte

Zweite Anklage in Zusammenhang mit Misshandlungen in JVA Augsburg-Gablingen

  • AFP - 16. April 2026, 10:45 Uhr
Bild vergrößern: Zweite Anklage in Zusammenhang mit Misshandlungen in JVA Augsburg-Gablingen
Handschellen eines Polizisten
Bild: AFP

Im Fall der mutmaßlichen Misshandlung von Gefangenen in der bayerischen Justizvollzugsanstalt (JVA) Augsburg-Gablingen hat die Staatsanwaltschaft eine zweite Anklage erhoben. Zehn ehemalige Mitglieder der Sicherungsgruppe wurden angeklagt.

Im Fall der mutmaßlichen Misshandlung von Gefangenen in der bayerischen Justizvollzugsanstalt (JVA) Augsburg-Gablingen hat die Staatsanwaltschaft eine zweite Anklage erhoben. Zehn ehemaligen Mitgliedern der sogenannten Sicherungsgruppe des Gefängnisses werden insbesondere Körperverletzungsdelikte, Freiheitsberaubung und Nötigung vorgeworfen, wie die Ermittlungsbehörde am Donnerstag mitteilte. Das Landgericht Augsburg muss nun über die Zulassung der Anklage entscheiden.

Bereits im Januar wurden die Leiterin, deren Stellvertreterin sowie ein Mitglied der Sicherungsgruppe in der Sache angeklagt. Die zehn weiteren nun Beschuldigten nahmen den Angaben zufolge vor allem sicherheitsbezogene Aufgaben wie das Eingreifen in Gefahrensituationen in der JVA wahr.

Sie sollen im Zeitraum von Oktober 2022 bis Oktober 2024 in wechselnder Beteiligung in insgesamt 39 Fällen Taten an insgesamt 35 Gefangenen verübt haben. Laut Staatsanwaltschaft unterscheidet sich der Umfang der Vorwürfe zwischen den Angeklagten teils deutlich.

Laut Anklage sollen die Mitarbeiter der Sicherungsgruppe im Zusammenwirken mit der ehemaligen stellvertretenden JVA-Leiterin Gefangene körperlich misshandelt haben. Die stellvertretende Anstaltsleiterin soll davon nicht nur gewusst, sondern die Taten gebilligt und die Beschuldigten gedeckt haben.

Dabei sollen die Angeklagten ohne Vorliegen der rechtlichen Voraussetzungen Gefangene auch in einem sogenannten besonders gesicherten Haftraum ohne gefährdende Gegenstände untergebracht haben, um diese zu schikanieren. Die Gründe für die Unterbringung sollen die Beschuldigten frei erfunden oder provoziert haben.

Da sie außerdem ohne Grund den Gefangenen die Mindestausstattung in Form von Matratze oder Papierunterhose verweigerten, sollen die betroffenen JVA-Insassen zum Teil mehrere Tage und Nächte nackt auf dem blanken Boden des Haftraums verbracht haben.

in Teil der Beschuldigten soll auch an körperlichen Übergriffen auf fünf Gefangene im Oktober 2024 in der JVA Neuburg-Herrenwörth beteiligt gewesen sein.

Weitere Meldungen

Nach Tötung zweier Menschen in Bistro in Hessen: Video und Bilder veröffentlicht

Rund vier Wochen nach der Tötung zweier Menschen mit Schüssen in einem Bistro im hessischen Raunheim haben die Ermittler ein Video und Bilder des Tatverdächtigen

Mehr
Pistorius verbannt private Handys aus Bundeswehr-Dienststellen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Aus Angst vor Spionageangriffen schränkt das Haus von Boris Pistorius (SPD) die Nutzung von privaten Mobiltelefonen im Verteidigungsministerium

Mehr
EuGH: Bayerisches Familiengeld verstößt gegen EU-Recht

Luxemburg (dts Nachrichtenagentur) - Die Ausgestaltung des inzwischen abgeschafften bayerischen Familiengeldes ist nicht mit EU-Recht vereinbar. Das entschied der Europäische

Mehr

Top Meldungen

Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn im Handel

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Verdi hat kurz vor Beginn der Tarifverhandlungen im Handel eine Lohnerhöhung von sieben Prozent mit einer Laufzeit von zwölf Monaten gefordert.

Mehr
Studie: Viele Mehrwertsteuer-Ausnahmen sind ökonomisch schädlich

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Viele Mehrwertsteuer-Ausnahmen sind ökonomisch schädlich. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Bundesfinanzministerium in Auftrag gegebene Studie

Mehr
Studie: Bei Kommunen kommen nur 12 Prozent des Sondervermögens an

München (dts Nachrichtenagentur) - Von den schuldenfinanzierten Mitteln des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaschutz kommen nur rund zwölf Prozent bei den Kommunen an.

Mehr