Politik

Papst Leo XIV. will keine "neue Debatte" mit Trump

  • AFP - 18. April 2026, 16:45 Uhr
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Papst Leo XIV. auf dem Flug nach Angola
Bild: AFP

Papst Leo XIV. hat sein Bedauern zum Ausdruck gebracht, dass Äußerungen von ihm als Anspielung auf US-Präsident Donald Trump wahrgenommen wurden. Er habe 'überhaupt kein Interesse' an einer 'neuen Debatte mit dem Präsidenten', sagte der Papst.

Papst Leo XIV. hat sein Bedauern zum Ausdruck gebracht, dass Äußerungen von ihm als kritische Anspielung auf US-Präsident Donald Trump wahrgenommen wurden. Er habe "überhaupt kein Interesse" an einer "neuen Debatte mit dem Präsidenten", sagte der Papst am Samstag bei seiner Afrika-Reise auf dem Flug von Kamerun nach Angola.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche verwies unter anderem auf eine von ihm gehaltene Rede in Kamerun, in der er "Tyrannen" angeprangert hatte, die die Welt ausplündern. Die Rede sei schon vor zwei Wochen geschrieben worden, sagte Papst Leo. "Aber sie wurde wahrgenommen, als würde ich versuchen, eine neue Debatte mit dem Präsidenten zu beginnen, woran ich überhaupt kein Interesse habe."

Der in den USA geborene Papst und der rechtspopulistische US-Präsident hatten sich zuletzt vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs einen öffentlichen Schlagabtausch geliefert. Der Pontifex hatte vor rund einer Woche die "sinnlose und unmenschliche Gewalt" im Nahen und Mittleren Osten verurteilt und erklärte, Christen könnten nicht an der Seite jener stehen, die "heute Bomben abwerfen". Vor Gläubigen im Petersdom sagte der Papst: "Genug des Krieges!"

Trump reagierte wütend auf den Aufruf des Papstes und warf ihm mit Blick auf den Iran vor, sich mit einem Land gemein zu machen, "das eine Atomwaffe will". Leo XIV. sei "eine sehr linksliberale Person, und er ist ein Mann, der nicht daran glaubt, Verbrechen zu stoppen". Der Papst entgegnete daraufhin, er habe "keine Angst" vor der Trump-Regierung und sehe es als seine "moralische Pflicht", sich gegen den Krieg auszusprechen.

Der Papst bereist derzeit den afrikanischen Kontinent. Nach Algerien und Kamerun kam er am Samstag in Angola an, dem dritten Land seiner Reise. Das Flugzeug des Papstes landete am Samstagnachmittag auf dem Flughafen von Angolas Hauptstadt Luanda. Das portugiesischsprachige Land im Südwesten Afrikas hat große Erdölvorkommen, ein Drittel der Bevölkerung lebt aber in Armut. In Angola leben rund 15 Millionen Katholiken, die rund 44 Prozent der Bevölkerung ausmachen.

Am Vormittag hatte der Papst auf dem Flughafen von Kameruns Hauptstadt Jaunde noch eine Messe unter freiem Himmel abgehalten. Daran nahmen nach Angaben des Vatikan rund 200.000 Menschen teil. Hunderttausende weitere Menschen hätten sich in der Umgebung aufgehalten.

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