Brennpunkte

Britische Polizei prüft Verbindungen des Irans zu Attacken auf jüdische Einrichtungen

  • AFP - 20. April 2026, 13:52 Uhr
Bild vergrößern: Britische Polizei prüft Verbindungen des Irans zu Attacken auf jüdische Einrichtungen
Vize-Chef der Londoner Polizei Matt Jukes
Bild: AFP

Nach einer Reihe von Anschlägen auf jüdische Einrichtungen im Großraum London vermutet die Polizei in der britischen Hauptstadt von 'feindlichen Ländern bezahlte Verbrecher' hinter den Attacken.

Nach einer Reihe von Anschlägen auf jüdische Einrichtungen im Großraum London vermutet die Polizei in der britischen Hauptstadt von "feindlichen Ländern bezahlte Verbrecher" hinter den Attacken. "Wir haben ein Muster festgestellt, nach dem Kriminelle angeheuert werden - also Leute, die Bargeld für solche Taten kassieren", sagte der Vize-Chef der Londoner Polizei, Matt Jukes, am Montag dem Sender BBC Radio 4. "Das ist Teil eines hybriden Krieges, der von Stellvertretern geführt wird."

Bei dem jüngsten Angriff am Samstag war eine Flasche mit einem Brandbeschleuniger durch das Fenster einer Synagoge in Harrow vor den Toren von London geworfen worden. Daraufhin war ein Feuer ausgebrochen, Verletzte hatte es nicht gegeben. Im Zusammenhang mit diesem Angriff meldete Jukes nun die Festnahmen eines 17-Jährigen und eines 19-Jährigen. 

Der Beamte sprach von insgesamt sechs Vorfällen in jüngster Zeit, darunter ein Angriff auf einen jüdischen Rettungsdienst und auf ein persischsprachiges Medienunternehmen. Im Zusammenhang mit diesen Vorfällen gab es demnach insgesamt 15 Festnahmen. Die Ermittler prüften Jukes zufolge mögliche Verbindungen zu vom Iran beauftragten Helfern. 

Nach Angaben der Organisation SITE Intelligence Group übernahm die bislang wenig in Erscheinung getretene Gruppe Harakat Aschab al Jamin al Islamija die Verantwortung für einen Teil der Angriffe. Die Organisation unterhält demnach enge Verbindungen zum Iran. 

Der britische Oberrabbiner sprach von einer "anhaltenden Kampagne der Einschüchterung" gegen Juden in Großbritannien. "Gott sei Dank sind keine Menschen ums Leben gekommen, aber wir können und dürfen nicht warten, bis sich das ändert", erklärte Ephraim Mirvis im Onlinedienst X.

Weitere Meldungen

Mann verbrennt in Karlsruhe auf offener Straße: Hintergrund unklar

Ein Mann ist in Karlsruhe auf offener Straße verbrannt. Ob es sich um einen Unglücksfall oder eine vorsätzliche Selbstverbrennung handelte, war noch nicht vollständig

Mehr
Ehefrau erstochen: Mehr als neun Jahre Haft für 47-Jährigen in Freiburg

Wegen einer tödlichen Messerattacke auf seine Ehefrau ist ein 47-Jähriger in Baden-Württemberg zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Freiburg sprach

Mehr
Kollision mit Taxi: Zwölfjährige stirbt nach Verkehrsunfall in Nordrhein-Westfalen

Ein zwölfjähriges Mädchen ist nach einer Kollision mit einem Taxi im nordrhein-westfälischen Lage an seinen Verletzungen gestorben. Das Kind starb am Samstag in einem

Mehr

Top Meldungen

Abstimmung zum digitalen Euro im EU-Parlament verzögert sich

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Die für Mai angesetzten Abstimmungen im Europaparlament zum digitalen Euro dürften sich verzögern. Das berichtet das "Handelsblatt"

Mehr
Grüne schlagen 100-Euro-Energiekrisenzahlung vor

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge hat in der Debatte um weitere Entlastungen eine Energiekrisenzahlung vorgeschlagen. "Wir Grünen

Mehr
Exporte in den Iran im Jahr 2025 deutlich gesunken

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Im Jahr 2025 sind Waren im Wert von 961,6 Millionen Euro von Deutschland in den Iran exportiert worden. Damit sanken die Exporte dorthin

Mehr