Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Phishingkampagne gegen Nutzer des Messengerdiensts Signal hat offenbar das Bundeskabinett erreicht.
Dem "Spiegel" zufolge sind Bildungsministerin Karin Prien (CDU) und Bauministerin Verena Hubertz (SPD) betroffen. Die Signal-Konten der beiden Politikerinnen sollen kompromittiert worden sein.
Damit nimmt das Ausmaß der Angriffswelle eine neue Dimension an. Erst am Mittwoch hatte der "Spiegel" enthüllt, dass Bundestagspräsidentin Julia Klöckner zu den Opfern der Kampagne gehört. Die Politikerin bekleidet das zweithöchste Staatsamt und ist Mitglied des CDU-Präsidiums. Das Parteigremium kommunizierte bislang in einem Signal-Gruppenchat - einschließlich Bundeskanzler Friedrich Merz.
Mitarbeiter des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) hatten den Kanzler dem Bericht zufolge in der Sache persönlich aufgesucht. Mit Hubertz und Prien werden nun erstmals Kabinettsmitglieder als mutmaßliche Opfer bekannt.
Auf Anfrage teilte eine Sprecherin Priens mit: "Zu Kommunikationsmitteln der Bundesregierung können wir keine Auskunft geben." Ein Sprecher von Hubertz sagte, für die Integrität und Sicherheit von interner und externer Kommunikation des Ministeriums gälten klare Grundsätze. "Dazu gehört, dass wir uns grundsätzlich nicht zu möglichen oder tatsächlichen Sicherheitsvorfällen äußern", sagte der Sprecher.
Im Zusammenhang mit der seit Monaten andauernden internationalen Phishingkampagne gegen Nutzer der Messaging-App Signal ermittelt Generalbundesanwalt Jens Rommel bereits seit Februar.
Inwieweit der Kanzler betroffen sein könnte, ist weiter unklar. Man könne "über die Art und Weise, wie wir in der Bundesregierung kommunizieren, keine Auskunft geben", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille der dts Nachrichtenagentur.
Das gelte grundsätzlich, aber insbesondere auch in Bezug auf die Kommunikationsmittel und die entsprechenden Telekommunikationswege. "Aber seien Sie sich sicher, dass die Kommunikation der Bundesregierung, des Bundeskanzlers, der Bundesminister auf sicheren Kanälen läuft", sagte Hille.
Nach aktuellen Erkenntnissen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) führt "ein wahrscheinlich staatlich gesteuerter Cyberakteur" Phishing-Angriffe über Messengerdienste, insbesondere über Signal, durch. Im Fokus stehen demnach "hochrangige Ziele aus Politik, Militär und Diplomatie sowie Investigativjournalistinnen und -journalisten in Deutschland".
Technologie
Bericht: Prien und Hubertz von Signal-Attacke betroffen
- dts - 25. April 2026, 09:03 Uhr
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