Brennpunkte

Überfall auf Rüstungsfirma in Ulm: Prozess gegen fünf Angeklagte begonnen

  • AFP - 27. April 2026, 14:46 Uhr
Bild vergrößern: Überfall auf Rüstungsfirma in Ulm: Prozess gegen fünf Angeklagte begonnen
Justitia
Bild: AFP

Knapp acht Monate nach einem Angriff auf ein Rüstungsunternehmen in Ulm hat vor dem Landgericht Stuttgart der Prozess gegen fünf Angeklagte begonnen. Es handelt sich mutmaßlich um propalästinensische Aktivisten.

Knapp acht Monate nach einem Angriff auf ein Rüstungsunternehmen in Ulm hat vor dem Landgericht Stuttgart der Prozess gegen fünf Beschuldigte begonnen. Die Anklage wurde zum Verhandlungsbeginn am Montag noch nicht verlesen, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Die Verhandlung wurde unterbrochen, nachdem sich die elf Verteidiger erst aus dem Sitzungssaal entfernten und anschließend auf den Plätzen der Angeklagten saßen, so dass diese nicht vorgeführt werden konnten.

Die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart wirft den fünf Angeklagten im Alter zwischen 25 und 40 Jahren vor, sich am 8. September an einem Überfall auf eine Rüstungsfirma in Ulm beteiligt und einen Schaden von rund einer Million Euro verursacht zu haben. Sie wurden noch am Tatort festgenommen.

Die drei Frauen und zwei Männer sollen zusammen mit mindestens sechs weiteren Tätern das Rüstungsunternehmen Elbit Systems Deutschland, eine deutsche Tochterfirma des israelischen Rüstungskonzerns Elbit Systems, angegriffen haben. Laut Generalstaatsanwaltschaft verschafften sie sich über ein Seitenfenster Zugang und schlugen mit Werkzeugen auf Bildschirme, Computer und Telefone sowie ein Waschbecken und Toiletten ein.

In einem technischen Labor zerstörten sie der Anklage zufolge sensible Messeinrichtungen und elektronische Geräte. Noch unbekannte Beteiligte beschädigten zudem Glasflächen und Fassade des Eingangsbereichs mit Werkzeugen und roter Farbe. 

Bei den fünf Angeklagten handelt es sich um mutmaßliche propalästinensische Aktivisten, sie sollen der Organisation Palestine Action Germany angehören. Die irischen, britischen, spanischen und deutschen Staatsangehörigen sollen zuvor aus Berlin angereist sein und in einer Ferienwohnung nahe Ulm vor der Tat Bekennervideos für die sozialen Netzwerke gedreht haben. 

Die Anklage legt den Beschuldigten mitgliedschaftliche Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung, gemeinschaftliche Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen zur Last. Für den Prozess vor dem Landgericht Stuttgart sind bislang Verhandlungstage bis Ende Juli bestimmt.

Weitere Meldungen

Tödlicher Streit vor U-Bahnhof: Lange Haftstrafen in Hamburg

Nach einem tödlichen Streit vor einem U-Bahnhof in Hamburg sind zwei Männer zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Das Landgericht Hamburg verhängte gegen einen

Mehr
Bundesverwaltungsgericht setzt Verhandlung über Verbot von Neonazisekte fort

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat am Montag erneut über das Verbot der rechtsextremistischen Gruppe Artgemeinschaft verhandelt. Wann ein Urteil fällt, wurde noch nicht

Mehr
Waldrama vor Insel Poel: Rettung mit Lastkahn soll am Dienstagmorgen starten

Der Rettungsversuch für den notleidenden Buckelwal vor der Ostseeinsel Poel mit einem Lastkahn soll nach Angaben der Helfer am Dienstag ab etwa 07.00 Uhr beginnen. Das sagte der

Mehr

Top Meldungen

Verbraucherstimmung gibt infolge des Iran-Kriegs abermals nach

Nürnberg (dts Nachrichtenagentur) - Die Verbraucherstimmung in Deutschland gibt infolge des Iran-Kriegs abermals nach. Die Erwartungen der Verbraucher sänken aktuell noch

Mehr
Ifo: Exporterwartungen leicht gestiegen

München (dts Nachrichtenagentur) - Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich etwas verbessert. Die Ifo-Exporterwartungen stiegen im April auf +0,1 Punkte, nach -0,7

Mehr
Karliczek: Preise für Flugtickets werden noch weiter steigen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die geplante Senkung der Luftverkehrssteuer zum 1. Juli wird laut der Vorsitzenden des Tourismusausschusses des Bundestages, Anja Karliczek

Mehr