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Aktivisten: Deutlich mehr Hinrichtungen in Nordkorea während Corona-Pandemie

  • AFP - 28. April 2026, 09:05 Uhr
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Nordkoreas Machthaber Kim Kong Un
Bild: AFP

In Nordkorea ist die Zahl der Hinrichtungen während der Corona-Pandemie einer Menschenrechtsorganisation zufolge dramatisch angestiegen. Der 2020 verhängte Shutdown habe die Menschenrechtslage noch einmal verschlechtert, hieß es.

In Nordkorea ist die Zahl der Hinrichtungen während der Corona-Pandemie einer Menschenrechtsorganisation zufolge dramatisch angestiegen. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Studie der in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul ansässigen Organisation Transitional Justice Working Group wurden in den Jahren von 2020 bis 2025 mehr als doppelt so viele Menschen zum Tode verurteilt und exekutiert als in den fünf Jahren zuvor.

Die Organisation wertete für ihre Studie nach eigenen Angaben unter anderem die Aussagen hunderter aus Nordkorea geflüchteter Menschen. Zudem beruhten die Angaben auf Medienberichten unter Berufung auf anonymisierte Quellen. Insgesamt wurden laut Transitional Justice Working Group 144 bekannte Fälle von Hinrichtungen und Todesstrafen untersucht, die insgesamt mehrere hundert Menschen betroffen hätten. Etwa drei Viertel der Exekutionen waren demnach öffentlich und wurden zumeist durch Erschießen vollzogen. 

Die Autoren der Studie verzeichneten insbesondere einen Anstieg der Hinrichtungen wegen des Konsums ausländischer Kultur und politischer Vergehen. Nachdem die Regierung in Pjöngjang im Jahr 2020 Nordkorea noch weiter als zuvor abschottete, habe sich die Menschenrechtslage im Land noch einmal verschlechtert, hieß es weiter. Die Todesstrafe werde seither verstärkt für den Konsum von südkoreanischen Filmen, Serien und Musik verhängt. 

Demnach stieg die Zahl der Todesstrafe-Urteile im Zusammenhang mit ausländischer Kultur, Religion und "Aberglauben" um 250 Prozent. Der Anstieg der Hinrichtungen wegen politischer Vergehen, wie etwa Kritik an Machthaber Kim Jong Un, könnte der Studie zufolge darauf hinweisen, dass "die Regierung auf wachsende interne Unzufriedenheit reagiert", indem sie staatliche Gewalt nutze, um  Unzufriedenheit zu unterdrücken.   

Im vergangenen Jahr hatte auch ein Bericht des UN-Menschenrechtskommissars kritisiert, dass sich die Menschenrechtslage in Nordkorea im Jahrzehnt zuvor nicht verbessert, sondern in einigen Bereichen sogar verschlechtert habe. Die Regierung in Pjöngjang weist derartige Vorwürfe stets zurück und wirft den Vereinten Nationen vor, die Menschenrechte zu instrumentalisieren.


paj/se





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