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Russland weitet verdeckte Operationen gegen Deutschland aus

  • dts - 22. Mai 2026, 11:05 Uhr
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Kreml (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Russlands wichtigste Propagandafabrik weitet ihre verdeckten Operationen gegen Deutschland offenbar aus.

Die Social Design Agency (SDA), die unter EU-Sanktionen steht und im Auftrag der Präsidialadministration arbeitet, verantwortet wohl neben Online-Kampagnen nun auch Aktionen unter falscher Flagge und arbeitet an einem russlandfreundlichen Wikipedia-Klon für Deutschland. Das berichtet das Nachrichtenportal T-Online unter Berufung auf einen Datensatz mit internen Dokumenten und Nachrichten der SDA.

Ein Sprecher des Bundesamtes für Verfassungsschutz sagte T-Online: "Der Leak ist hier bekannt, die Auswertung dauert noch an." Der Politikwissenschaftler Thomas Rid, Professor für Strategische Studien an der Johns Hopkins University und Experte für Desinformationskampagnen, sagte T-Online: "Ich gehe aufgrund der Umstände, der Inhalte und der Chronologie davon aus, dass das Leak echt ist."

Den Dokumenten zufolge wurden die Server für die "selbstaktualisierende Wissensdatenbank" bereits gestartet und Webseiten vorbereitet. Das Projekt umfasse bislang über 200.000 Seiten. Sie sollen unter anderem dafür verwendet werden, mit den im Auftrag des Kremls bereitgestellten Desinformationen KI-Plattformen wie ChatGPT zu trainieren. Dafür will die SDA monatlich rund 500 Artikel manuell redigieren. 200 Artikel sollen pro Monat suchmaschinenoptimiert werden.

Der Plan reiht sich ein in mehrere weitere verdeckte Operationen, von denen ebenfalls in den Dokumenten die Rede ist: Diese enthalten erstmals Belege, dass die Agentur neben Desinformationsoffensiven auch Aktionen unter falscher Flagge in Europa organisiert - darunter mutmaßlich die Sabotage, bei der in Deutschland kurz vor der Bundestagswahl Hunderte Autos mit Bauschaum stillgelegt wurden. Die Täter hatten damals eine falsche Fährte gelegt und an den Tatorten Aufkleber mit der Aufschrift "Sei Grüner!" und einem Foto des damaligen Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck (Grüne) hinterlassen. Ziel war offenkundig, die Grünen im Wahlkampf zu diskreditieren. Auch die Staatsanwaltschaft Ulm geht von Drahtziehern in Russland aus. Ein Chatverlauf von SDA-Mitarbeitern stützt nun T-Online zufolge diese Version.

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