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13 Jahre Haft für mutmaßliche frühere RAF-Terroristin Klette wegen Raubüberfällen

  • AFP - 27. Mai 2026, 11:56 Uhr
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Daniela Klette vor Urteilsverkündung
Bild: AFP

Wegen bewaffneter Raubüberfälle ist die mutmaßliche frühere RAF-Terroristin Daniela Klette zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Verden sprach sie unter anderem wegen besonders schweren Raubs in sechs Fällen schuldig.

Wegen bewaffneter Raubüberfälle ist die mutmaßliche frühere RAF-Terroristin Daniela Klette zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht im niedersächsischen Verden sprach die 67-Jährige am Mittwoch unter anderem wegen besonders schweren Raubs in sechs Fällen und Waffendelikten schuldig. In dem Prozess ging es um die Zeit zwischen 1999 und 2016, nach der Selbstauflösung der RAF.

Klette soll die Taten gemeinsam mit den flüchtigen mutmaßlichen früheren RAF-Mitgliedern Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub begangen haben, um ihr Leben im Untergrund zu finanzieren. Ziel waren Geldtransporter und Kassenbüros von großen Supermärkten, die Gesamtbeute lag laut Anklage bei 2,4 Millionen Euro.

Das Landgericht zeigte sich überzeugt davon, dass die drei sich gut kannten, seit spätestens 1999 im Untergrund lebten und einen gemeinsamen Tatplan hatten. "Sie gingen bei ihren Überfällen arbeitsteilig und äußerst konspirativ vor", sagte der Vorsitzende Richter Lars Engelke. So hätten sie etwa unter falschen Identitäten Fluchtautos angemietet.

Klette habe all dies als "ihre Arbeit bezeichnet und sich dadurch eine dauerhafte Einnahmequelle verschafft". Für die Bewertung dieser Taten spiele es keine Rolle, ob sie, Garweg und Staub Mitglieder der RAF gewesen seien.

Die drei sollen zu Beginn der 90er Jahre zur sogenannten Kommandoebene der linksextremistischen Roten Armee Fraktion (RAF) gehört und sich an mehreren Anschlägen beteiligt haben. Um mutmaßliche Taten im Zusammenhang mit der RAF ging es im Verdener Verfahren nicht.

Die Staatsanwaltschaft plädierte in dem Raubprozess auf 15 Jahre Haft. Die Verteidigung forderte hingegen einen Freispruch von allen Vorwürfen rund um die Überfälle. Schuldig gesprochen wurde Klette nun auch wegen erpresserischen Menschenraubs und des Versuchs dazu, schwerer räuberischer Erpressung sowie Verstößen gegen Waffengesetze und das Kriegswaffenkontrollgesetz. 

Schon zu Beginn der Urteilsverkündung gab es Applaus für Klette im Saal. Später kam unter den rund 50 Zuschauern Unruhe auf, "Freiheit für Daniela" wurde gerufen. Mindestens eine Zuschauerin wurde abgeführt.

Mit den Taten in Verbindung gebracht worden waren Klette, Garweg und Staub anfänglich durch DNA-Spuren in zurückgelassenen Fluchtautos. Im Februar 2024 wurde Klette nach jahrelanger Zielfahndung in Berlin gefasst, wo sie unter falschem Namen gelebt hatte.

Der RAF werden mehr als 30 Morde zur Last gelegt. Sie war seit den 70er Jahren im Untergrund aktiv und sah sich in einem selbsternannten Kampf gegen das kapitalistische und staatliche System in Westdeutschland. Sie löste sich 1998 selbst auf.

Wegen mutmaßlicher Taten im Zusammenhang mit der RAF klagte die Bundesanwaltschaft Klette inzwischen in einem separaten Staatsschutzverfahren vor dem Oberlandesgericht im hessischen Frankfurt am Main an. Dabei geht es unter anderem um Vorwürfe des vielfachen versuchten Mordes wegen der mutmaßlichen Beteiligung an Anschlägen. Über die Prozesseröffnung ist aber noch nicht entschieden.

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