Brennpunkte

Zu Selbstverletzung genötigt: Prozess gegen mutmaßlichen Onlinesadisten ab Juni

  • AFP - 27. Mai 2026, 14:06 Uhr
Bild vergrößern: Zu Selbstverletzung genötigt: Prozess gegen mutmaßlichen Onlinesadisten ab Juni
Apps auf Tablet
Bild: AFP

Weil er Mädchen im Internet zu sexuellen und selbstverletzenden Handlungen vor der Kamera genötigt haben soll, muss sich ein 18-Jähriger am Landgericht Hamburg verantworten. Die Anklage der Staatsanwaltschaft wurde zur Hauptverhandlung zugelassen.

Weil er Mädchen im Internet zu sexuellen und selbstverletzenden Handlungen vor der Kamera genötigt haben soll, muss sich ein mittlerweile 18-Jähriger ab Mitte Juni vor dem Landgericht Hamburg verantworten. Die Anklage der Staatsanwaltschaft sei zur Hauptverhandlung zugelassen worden, teilte das Gericht am Mittwoch mit. Der Prozess soll am 16. Juni beginnen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. 

Laut Anklage soll der Beschuldigte zwischen Mai 2023 und März 2024 sieben Mädchen im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren "emotional manipuliert und sie durch zuvor erlangte persönliche Informationen und kompromittierende Aufnahmen zu immer gravierenderen Verhaltensweisen gezwungen" haben. Unter anderem hätten sich Opfer Namen in die Haut geritzt. Laut Gericht sind mehr als 50 Taten angeklagt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft orientierte sich der Angeklagte am Vorbild des globalen Onlinesadistennetzwerks 764, zu dem auch ein als "White Tiger" bekannt gewordener Beschuldigter gehört, der sich seit Januar vor dem Landgericht Hamburg unter anderem wegen Mordes verantworten muss. Verbindungen zu diesem bestehen den Ermittlungen zufolge jedoch nicht.

Die Behörde wirft dem zur Tatzeit noch jugendlichen Angeklagten unter anderem schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, sexuelle Nötigung und gefährliche Körperverletzungen in mittelbarer Täterschaft vor. Dazu kommen mutmaßliche gewaltsame Attacken auf Männer aus "vermutlich homophoben Motiven". So soll der Beschuldigte zwischen Sommer 2024 und Frühjahr 2025 in Hamburg über Datingportale für Homosexuelle insgesamt elf Treffen vereinbart haben, bei denen er die Geschädigten dann überraschend angriff und körperlich verletzte.

Die mutmaßlichen Taten beging der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft teilweise allein und teilweise mit Mittätern in von ihm gegründeten Social-Media-Gruppen. Insgesamt wurden für die Verhandlung zunächst 16 Termine bis Mitte September anberaumt.

Weitere Meldungen

NRW kritisiert Kürzungen bei Demokratieprogramm

Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) - NRW-Integrationsministerin Verena Schäffer (Grüne) kritisiert die geplanten Kürzungen beim Bundesprogramm "Demokratie Leben".

Mehr
Ermittlungen nach Tod von sechs Neugeborenen in Klinik in Bangladesch

Nach dem Tod von mindestens sechs Neugeborenen auf der Geburtsstation eines Krankenhauses in Bangladesch ermitteln die Behörden. Die Säuglinge im Alter zwischen einem und drei

Mehr
Druck auf spanische Regierung wächst: Polizei fordert Dokumente zu Ermittlungen am Sitz der Regierun

Die spanische Polizei Guardia Civil ist am Mittwoch am Sitz der sozialistischen Regierungspartei PSOE in Madrid aufgetaucht und hat dort Dokumente im Zusammenhang mit Ermittlungen

Mehr

Top Meldungen

Bund will im Streit zwischen Italo und Bahn nicht eingreifen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundesregierung will sich in den Streit zwischen der italienischen Bahngesellschaft Italo und der Deutschen Bahn nicht einmischen. In

Mehr
Kommunen begrüßen Baugesetzbuch-Novelle

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat die Baugesetzbuch-Novelle grundsätzlich begrüßt, die das Bundeskabinett am Mittwoch verabschiedet

Mehr
Kraftstoffpreise sinken etwas

München (dts Nachrichtenagentur) - Die Kraftstoffpreise in Deutschland sind zuletzt etwas gesunken. Der Preis für einen Liter Super E10 liegt derzeit im bundesweiten

Mehr