Brennpunkte

Magyar kündigt Widerstand gegen EU-Asylregeln an

  • dts - 3. Juni 2026, 09:21 Uhr
Bild vergrößern: Magyar kündigt Widerstand gegen EU-Asylregeln an
Péter Magyar am 02.06.2026, via dts Nachrichtenagentur

.

Budapest (dts Nachrichtenagentur) - Der neue ungarische Ministerpräsident Péter Magyar kündigt Widerstand gegen die Migrationspolitik der Europäischen Union an.

Die EU verlangt von ihren Mitgliedsländern, an den Außengrenzen Asylverfahren für Migranten durchzuführen - auf die Frage, ob er diese Vorschrift des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems GEAS, die ab Mitte Juni gelten soll, auch anwenden wolle, kündigte Magyar in der FAZ an, "dass Ungarn keine illegalen Migranten übernehmen wird". Dafür aber werde sein Land helfen, "die Außengrenzen Europas zu schützen, sei es in Griechenland, sei es auf Malta, sei es in Italien".

Auch die geltende Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, wonach Ungarn schon seit der Regierungszeit des abgewählten Ministerpräsidenten Viktor Orbán eine Million Euro pro Tag Strafe zahlen muss, weil es gegen geltende Regeln verstößt, sei "ungerecht und unverhältnismäßig". Magyar fügte hinzu: "Wir werden Gespräche führen und gemeinsam mit unseren europäischen Partnern eine Lösung finden, damit wir unsere Grenzen schützen können und keine tägliche Strafe in Höhe von einer Million Euro zahlen müssen."

Zudem riet Magyar davon ab, rechtsextreme Parteien durch "Brandmauern" auszugrenzen. "Ich mag solche Schubladen wie rechtsextrem oder linksextrem nicht", stellte er fest. "Ich mag keine ideologischen Kämpfe." Er beobachte, "dass einige Länder im Umgang mit extremen Parteien Fehler machen". Es sei "alleine in sich" keine Lösung, Menschen und Parteien "hinter eine Brandmauer zu sperren". Das mache diese Kräfte "nur noch stärker".

Magyar äußerte sich auch zu der Frage, ob die Europäische Volkspartei EVP, zu der CDU und CSU ebenso gehören wie seine Partei Tisza, im Europaparlament mit der AfD zusammenarbeiten sollten. Er sagte, das sei zwar nicht an ihm, das zu entscheiden, aber es schade nie, sich der "Argumente des anderen anzunehmen". Was man davon dann annehme, sei "eine andere Frage".

Anders als Orbán kritisierte Magyar Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine mit scharfen Worten und stellte fest, Russland sei "ein Sicherheitsrisiko für ganz Europa". Die Ukraine sei "das Opfer" in diesem Krieg und habe "das Recht auf territoriale Integrität". Er fügte aber hinzu, Ungarn werde trotzdem weiter Energieträger aus Russland beziehen. Ungarn sei "noch auf russisches Öl angewiesen, und das können wir nicht von heute auf morgen ändern".

Weitere Meldungen

Behörden: Ukrainische Drohnen treffen St. Petersburg vor Eröffnung von Wirtschaftsforum

Kurz vor der Eröffnung des internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg sind nach russischen und ukrainischen Angaben Energie- und Militäranlagen in der russischen Stadt

Mehr
BGH: Mietwagen müssen nach Fahrt zu Betriebssitz zurück

Karlsruhe (dts Nachrichtenagentur) - Mietwagen von Fahrdienst-Anbietern müssen im Gegensatz zu Taxis nach der Beförderung eines Fahrgastes unverzüglich zum Betriebssitz

Mehr
Kindesmissbrauch: Sieben Jahre Haft für Fotograf in Köln

In einem zweiten Prozess wegen sexuellen Missbrauchs minderjähriger Fotomodelle hat das Landgericht Köln einen Fotografen zu einer höheren Haftstrafe verurteilt. Das Gericht

Mehr

Top Meldungen

Stimmung in Autoindustrie etwas besser

München (dts Nachrichtenagentur) - Das Geschäftsklima in der Automobilindustrie hat sich im Mai etwas verbessert. Der Indikator stieg auf -20,8 Punkte, von -23,5 Punkten im

Mehr
EU-Kommission stellt Förderpaket für Künstliche Intelligenz und Clouddienste vor

Die EU-Kommission stellt am Mittwoch in Brüssel ein Förderpaket für Künstliche Intelligenz, Clouddienste und Halbleiter vor. Sie will damit europäische Unternehmen fördern,

Mehr
Kabinett berät über Aktionsprogramm zur Kreislaufwirtschaft

Die Bundesregierung befasst sich am Mittwoch mit einem Aktionsprogramm, das die Kreislaufwirtschaft in Deutschland stärken und so unter anderem zu einer sicheren

Mehr