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In Frankreich gefundene Kinderleiche ist vermutlich vermisstes Mädchen

  • AFP - 5. Juni 2026, 04:07 Uhr
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Polizeiwagen
Bild: AFP

Der Fall einer seit sechs Tagen vermissten Elfjährigen sorgt in Frankreich für Entsetzen und Empörung: Nach intensiver Suche wurde auf dem Gelände eines Bauernhofs eine Kinderleiche gefunden. Der Verdächtige war schon vorher einschlägig aufgefallen.

Der Fall einer seit sechs Tagen vermissten Elfjährigen sorgt in Frankreich für Entsetzen und Empörung: Nach intensiver Suche unter Beteiligung zahlreicher Freiwilliger wurde auf dem Gelände eines Bauernhofs im südwestfranzösischen Département Gers eine Kinderleiche gefunden, bei der es sich vermutlich um das verschwundene Mädchen handelt. Durch eine Autopsie solle die Identität formell festgestellt werden, teilte die Staatsanwaltschaft von Agen am Donnerstag mit. Auch die Todesursache werde noch geprüft.

Der Fall hat landesweit Empörung ausgelöst, weil der Verdächtige, der sich in Polizeigewahrsam befindet, zuvor bereits mehrfach wegen sexueller Übergriffe und Vergewaltigung von Minderjährigen angezeigt worden war. 

"Dies wirft die Frage auf, welches Gewicht Aussagen von Opfern haben und wie in solchen Fällen ermittelt wird", sagte Regierungssprecherin Maud Bregeon am Donnerstag. 

Ein Ermittlungsverfahren nach einer Anzeige wegen Vergewaltigung Minderjähriger gegen den Mann von 2024 war mangels Beweisen eingestellt worden. Nach einer weiteren Vergewaltigungsanzeige von 2025 waren neun Monate lang weder der Verdächtige noch Zeugen angehört worden. Die Regierung hat deswegen behördeninterne Ermittlungen eingeleitet. Premierminister Sébastien Lecornu berief die Innen- und Justizminister in dem Fall für Freitag zu einer Sitzung ein. 

Die "Warnsignale" hätten dazu führen müssen, die Fälle zusammenzuführen und ein Eilverfahren einzuleiten, sagte die auf Sexualdelikte spezialisierte Anwältin Carine Durrieu Diebolt. Sie prangerte rückständige Justizmethoden an, etwa das Versenden von Akten auf dem Postweg.  

Das elfjährige Mädchen war zuletzt im Auto des 41-jährigen Verdächtigen gesehen worden, mit dessen Tochter sie befreundet war. Der Mann verweigerte bei seiner Vernehmung jegliche Aussage. 

Die nun gefundene Kleidung an der Leiche stimme mit der Kleidung überein, die die elf Jahre alte Lyhanna getragen hatte, als sie zuletzt gesehen worden war, erklärte die Staatsanwaltschaft. 

Bei der Suche in einem Waldgebiet nahe der Ortschaft Fleurance waren 170 Gendarmen und eine Reiterstaffel aus Freiwilligen beteiligt. Die Leiche sei in einem Silo gefunden worden, hieß es in Ermittlerkreisen. 

"Sexualisierte Gewalt gegen Kinder wird von der französischen Justiz stark vernachlässigt", erklärte der Vorsitzende einer Kommission zur Verhinderung von Inzest, Denis Roth-Fichet. Lediglich sieben Prozent der Anzeigen wegen sexueller Gewalt gegen Kinder führten zu Verurteilungen. Bei Anzeigen wegen Vergewaltigung von Kindern seien es nur drei Prozent. Dabei handle es sich um ein häufig vorkommendes Verbrechen. Seit 2016 sei die Zahl der minderjährigen Opfer sexueller Gewalt um mehr als das Anderthalbfache angestiegen. 

2025 hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte Frankreich verurteilt, weil es "versagt hat, Frauen zu schützen", die Vergewaltigungen angezeigt hatten, die an ihnen begangen worden waren, als sie noch minderjährig waren. 

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