Saarbrücken/Köln (dts Nachrichtenagentur) - Der saarländische Verfassungsschutz sieht mehrere Forschungseinrichtungen im Land als mögliche Ziele chinesischer Nachrichtendienste.
"Im Saarland sind zahlreiche Forschungsinstitute ansässig, die in einer der zehn strategischen Zukunftsbranchen forschen und daher im Interesse chinesischer Nachrichtendienste stehen dürften", teilte die Behörde auf Anfrage des "Handelsblatts" mit.
Genannt werden demnach unter anderem das Cispa - Helmholtz Center for Information Security, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), das Max-Planck-Institut für Informatik, das Max-Planck-Institut für Softwaresysteme und das Leibniz-Zentrum für Informatik. Betroffen könnten nach Angaben der Behörde zudem Forschungsinstitute und Lehrstühle der Universität des Saarlandes in den Bereichen Biotechnologie, Medizintechnik sowie Energie- und Umwelttechnologie sein.
Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) warnt: "China betreibt seit Jahren ein umfassendes System des Technologie- und Know-how-Transfers, welches im Zentrum der chinesischen Wissenschaftsspionage steht, um seine wirtschaftliche und militärische Entwicklung voranzutreiben."
Demnach werde Beschaffung nicht nur über nachrichtendienstliche Netze, sondern "auf überwiegend legalem Wege" vorgenommen, etwa über Austausch- und Kooperationsprogramme mit deutschen Universitäten und Spitzenforschungseinrichtungen, erklärte die Behörde auf Anfrage des "Handelsblatts". Alle relevanten Erkenntnisse dürften "auch dem chinesischen Militär und dem Rüstungssektor zugänglich gemacht werden".
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Verfassungsschutz warnt vor Spionage an Forschungseinrichtungen
- dts - 22. Juni 2026, 15:26 Uhr
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