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Eine Woche nach Erdbeben: Kaum noch Hoffnung auf Überlebende in Venezuela

  • AFP - 1. Juli 2026, 11:39 Uhr
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Eingestürztes Haus in Venezuela
Bild: AFP

In einem immer verzweifelteren Wettlauf gegen die Zeit setzen Rettungsteams in Venezuela ihre Suche nach Überlebenden des verheerenden Doppel-Erdbebens fort. Die Hoffnung, eine Woche nach dem Unglück mit fast 2000 Toten noch Verschüttete lebend zu finden, schwindet zusehends.

In einem immer verzweifelteren Wettlauf gegen die Zeit haben Rettungsteams in Venezuela am Mittwoch ihre Suche nach Überlebenden des verheerenden Doppel-Erdbebens fortgesetzt. Die Hoffnung, eine Woche nach dem Unglück mit fast 2000 Toten noch Verschüttete lebend zu finden, schwindet zusehends. Am Dienstag gab es aber noch einmal einen Lichtblick, als in der Hauptstadt Caracas ein dreijähriger Junge lebend aus den Trümmern geborgen wurde.

Am Mittwoch vergangener Woche hatten zwei starke Erdbeben Venezuela erschüttert, bis Dienstag wurden nach offiziellen Angaben mehr als 1900 Todesopfer geborgen. Mehr als 10.500 Menschen wurden demnach verletzt.

Nach Angaben der UNO wurden mehr als 50.000 Menschen vermisst. Wie Parlamentspräsident Jorge Rodríguez sagte, hielten sich etwa 30.000 von ihnen im Hafengebiet der Küstenstadt La Guaira auf, die am stärksten zerstört wurde. Er sagte, dass fast 6500 Menschen in La Guaira von Suchmannschaften aus den Trümmern gerettet worden seien. Er ging aber davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Überlebenden wahrscheinlich eher bei 20.000 liegt, weil sich zahlreiche Verschüttete aus eigener Kraft oder mit der Hilfe von Familienmitgliedern, Freunden und Nachbarn befreit hätten.

Fachleuten zufolge sind die ersten 72 Stunden nach einer Naturkatastrophe entscheidend, um noch Überlebende zu finden. Ganze sechs Tage nach dem Beben hatten jordanischer Rettungskräfte am Dienstag noch einen Dreijährigen lebend aus den Trümmern in Caracas geborgen. Der Junge habe vor Ort Erste Hilfe erhalten und sei in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte der jordanische Zivilschutz mit.

In Venezuela trafen viele Such- und Rettungsteam erst nach Ablauf des kritischen Zeitfensters im Erdbebengebiet ein. "Wir sind sehr spät dran, aber unser Ziel ist es, weiter Leben zu retten", sagte der spanische Helfer Luis Arteaga Benatuil am Mittwoch nach seiner Ankunft in Venezuela.

Viele Menschen suchen immer noch ohne professionelle Hilfe oder Ausrüstung nach Verschütteten. Der 37-jährige Darvin Silva versuchte tagelang vergeblich,  seine Mutter zu retten, die schließlich in einem eingestürzten Gebäude starb. Er habe "mit bloßen Händen, mit Vorschlaghämmern, mit Spitzhacken" gegraben, berichtete er. Außenstehende könnten sich das "nicht einmal ansatzweise vorstellen".

In der besonders schlimm betroffenen Küstenstadt La Guaira suchen auch viele Menschen in der Leichenhalle nach vermissten Angehörigen. "Man hat mir gesagt, dass meine Schwester und ihre Kinder hier sind und die Kinder meines Bruders", sagt Wilker Molalla, der gekommen ist, um die Leichen zu identifizieren. "In meinem Haushalt lebten elf Menschen. Nur zwei von uns haben überlebt, weil wir bei der Arbeit waren."

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