Politik

Neues Heizungsgesetz soll noch in dieser Woche beschlossen werden

  • AFP - 8. Juli 2026, 12:38 Uhr
Bild vergrößern: Neues Heizungsgesetz soll noch in dieser Woche beschlossen werden
Thermostat an einer Heizung
Bild: AFP

Die Bundestagsfraktionen der Regierungsparteien schlagen eine Reihe von Änderungen am Entwurf für ein neues Heizungsgesetz vor. Unter anderem ist eine vollständige Umstellung auf alternative Brennstoffe für Öl- und Gasheizungen bis 2045 vorgesehen.

Das neue Heizungsgesetz der Bundesregierung soll noch in dieser Woche beschlossen werden. Der federführende Bundestagsausschuss machte dafür am Mittwoch den Weg frei. Nach Möglichkeit sollen in den kommenden Tagen auch das Bundestagsplenum und der Bundesrat mit dem sogenannten Gebäudemodernisierungsgesetz befasst werden. Allerdings steht noch die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zu einer Klage im Eilverfahren der Linken-Fraktion gegen das Gesetz aus.

Die Bundesregierung hat sich vorgenommen, das sogenannte Heizungsgesetz aus der Zeit der Ampel-Regierung weitgehend zurückzudrehen. Der Weiterbetrieb und Neueinbau von Öl- und Gasheizungen soll langfristig möglich bleiben. Als Ausgleich sollen neu eingebaute Gas- und Ölheizungen ab 2029 zu steigenden Anteilen mit Biogas oder Bioöl betrieben werden. Um Heizungen im Bestand klimafreundlicher zu betreiben, sollen die Brennstoffhändler zudem zunehmend biogene Stoffe beimischen.

Die Fraktionen von Union und SPD schlugen in dieser Woche noch Änderungen am Entwurf der Regierungen vor. Unter anderem soll eine vollständige Umstellung auf alternative Brennstoffe für Öl- und Gasheizungen bis 2045 vorgeschrieben werden. Der bisherige Gesetzestext sieht lediglich einen Zielwert von 60 Prozent Bio-Anteil bis 2040 vor.

Der federführende Ausschuss für Wirtschaft und Energie stimmte dem abgeänderten Gesetzesentwurf am Mittwoch zu. Damit kann der Text noch in dieser Woche im Plenum zur Abstimmung gestellt werden. Abzuwarten bleibt allerdings ein Eilverfahren beim Bundesverfassungsgericht, mit dem die Linken-Fraktion die abschließende Befassung im Bundestag stoppen will. Die Fraktion hatte das Vorgehen der Regierungskoalition bemängelt: Sie treibe das Verfahren im Eiltempo voran, obwohl essenzielle Informationen zur Wirkung des Gesetzes fehlten.

Die Linke erläuterte, dass das Gesetz zu einem Rückschritt im Klimaschutz führen werde. Die zu erwartenden Mehremissionen würden die Gestaltungsfreiheit künftiger Gesetzgeber "massiv einengen". In der Gesetzesbegründung seien zugleich "keinerlei Abschätzungen zu dem Mehremissionen enthalten" und die Verfügbarkeit von Bio-Brennstoffen sei "völlig unklar".

Weitere Meldungen

Großbritannien will europäische Initiative für Präzionswaffen mit großer Reichweite anführen

Großbritannien will eine europäische Initiative für Präzisionswaffen mit großer Reichweite anführen. Premierminister Keir Starmer werde am Mittwoch auf dem Nato-Gipfel in

Mehr
SED-Opferbeauftragte lobt Fortschritte bei Hilfe und sieht weiteren Bedarf

Die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke hat Fortschritte bei der Unterstützung von Betroffenen der Diktatur gelobt, sieht aber weiterhin Handlungsbedarf. "Unser wiedervereinigtes

Mehr
Polizeibeauftragter bemängelt vielfach mangelhafte Arbeitsbedingungen

Marode Gebäude, fehlendes Gerät und eine hohe Arbeitsbelastung: Der Polizeibeauftragte des Bundes, Uli Grötsch (SPD), hat teils mangelhafte Einsatzbedingungen für deutsche

Mehr

Top Meldungen

Ende des Tankrabatts treibt Kraftstoffpreise in die Höhe

München (dts Nachrichtenagentur) - Die Kraftstoffpreise in Deutschland sind seit Anfang Juli deutlich gestiegen. Laut einer aktuellen Auswertung des ADAC kostet ein Liter Super

Mehr
Urteil: Apple muss sich in der EU an strengere Regeln halten

Apple muss sich in der Europäischen Union an strengere Regeln halten. Das EU-Gericht in Luxemburg wies am Mittwoch die Klage des US-Technologiekonzerns gegen seine Einstufung als

Mehr
KI bei der Deutschen Bahn: Kiana soll Reisende künftig besser informieren

Die Deutsche Bahn will ihre Kundenkommunikation verbessern und setzt dabei auf Künstliche Intelligenz (KI). Mit dem KI-basierten Assistenzsystem Kiana ließen sich künftig

Mehr