Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Vorsitzende des Geheimdienst-Kontrollgremiums des Bundestags, Marc Henrichmann (CDU), fordert nach dem Terroranschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin ein ‌härteres Vorgehen gegen Islamisten.
"Die Kriegserklärung an unsere freiheitliche Demokratie beantwortet man nicht mit Samthandschuhen", sagte Henrichmann dem "Handelsblatt". Wenn von einzelnen Personen eine konkrete, bekannte und erhebliche Gefahr für die öffentliche Sicherheit ausgehe, dann müsse der Schutz von Leib und Leben "allerhöchste Priorität" haben.
"Freiheitsrechte von gerichtsbekannten Extremisten und Islamisten dürfen auf allen staatlichen und behördlichen Ebenen spätestens dann nicht länger überhöht werden, wenn Leib und Leben von Menschen gefährdet sind", so Henrichmann. Ein entschlossenes Vorgehen gegen Gefährder sei unerlässlich. "Die preußische Pickelhaube gehört abgelegt. Wir müssen vor die Welle kommen", sagte er. "Denn Großveranstaltungen stehen im Fokus islamistischer Gefährder."
Auch der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alexander Throm (CDU), fordert einen härteren Kurs. "Diese schreckliche Tat ermahnt alle in Justiz und Sicherheitsbehörden, die Gefahr des Islamismus noch ernster zu nehmen", sagte er dem "Handelsblatt". Islamismus sei "ein extremer Fanatismus mit hohem Gewaltpotenzial gegen Menschen in der westlichen Welt". Deshalb dürfe es "bei Personen, die dieser Ideologie anhängen, keinerlei Nachsicht geben". Das müsse sich insbesondere "bei Haft, Sicherungsverwahrung und Abschiebehaft konsequent" widerspiegeln. "Es muss gelten: im Zweifel für die Sicherheit der Bevölkerung."
Henrichmann verwies auf die geplante Reform der Nachrichtendienstgesetzgebung mit besseren und zeitgemäßen Befugnissen. "Dazu gehören ein reibungsloser Datenaustausch zwischen Sicherheitsbehörden, eine erstklassige Datenanalyse und eine angemessene Datenbevorratung", sagte er. Nachrichtendienstliche Erkenntnisse über terroristische Gefährder müssten zudem über einen längeren Zeitraum ausgewertet werden, um Netzwerke besser erkennen zu können.
Brennpunkte
PKGr-Chef will "Freiheitsrechte" von Extremisten einschränken
- dts - 27. Juli 2026, 06:42 Uhr
.
Weitere Meldungen
Der heftige Waldbrand, der in der Gironde im Südwesten Frankreichs 42.000 Hektar Land verwüstet und zur Evakuierung von 220.000 Menschen geführt hat, ist in der Nacht zum
MehrKiel (dts Nachrichtenagentur) - Der Chef des Marineschiffbauers TKMS, Oliver Burkhard, spricht sich für eine stärkere Konsolidierung der europäischen Werftenindustrie aus. "Wir
MehrBerlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Sprecherin der Hinterbliebenen des islamistischen Anschlags auf dem Berliner Breitscheidplatz und Vorsitzende des Vereins "Victims of
MehrTop Meldungen
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der designierte Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) hat Zweifel an seiner Eignung für das Amt zurückgewiesen und begründet,
MehrWashington (dts Nachrichtenagentur) - US-Präsident Donald Trump hat der Europäischen Union vorgeworfen, amerikanische Unternehmen gezielt zu benachteiligen, und eine neue
MehrFrankfurt (dts Nachrichtenagentur) - Im EZB-Rat regt sich Widerstand gegen Überlegungen, die unverzinste Mindestreserve für Banken zu erhöhen. Belgiens Notenbankchef Pierre
Mehr














