Brennpunkte

Erneuter Gefängnisaufstand in Sri Lanka - Hunderte Soldaten im Einsatz

  • AFP - 2. August 2026, 11:10 Uhr
Bild vergrößern: Erneuter Gefängnisaufstand in Sri Lanka - Hunderte Soldaten im Einsatz
Soldaten vor dem Gefängnis Mahara
Bild: AFP

Nach dem zweiten Gefängnisaufstand innerhalb eines Monats in Sri Lanka hat die Regierung am Sonntag hunderte Soldaten eingesetzt, um weitere Ausschreitungen zu verhindern. In der überfüllten Haftanstalt Mahara nahe Colombo wurde ein Häftling getötet, sechs weitere wurden verletzt.

Nach dem zweiten Gefängnisaufstand innerhalb eines Monats in Sri Lanka hat die Regierung am Sonntag hunderte Soldaten eingesetzt, um weitere Ausschreitungen zu verhindern. "Wir haben Verstärkung von den Streitkräften und den Spezialkräften erhalten, um die Ordnung wiederherzustellen und die Häftlinge in ihre Zellen zurückzubringen", sagte der stellvertretende Polizei-Chef Sanjeewa Medawatte.

Bei dem Aufstand in der völlig überbelegten Haftanstalt Mahara nahe der Hauptstadt Colombo wurden nach Angaben der Polizei am Samstag ein Häftling getötet und sechs weitere verletzt. Inzwischen sei die Lage unter Kontrolle, sagte Medawatte. Die Insassen hatten mehrere Gebäude der Haftanstalt zerstört, darunter die Küche, das Gefängniskrankenhaus sowie ein neu errichtetes Zentrum für Rehabilitations- und Berufsausbildungsangebote.

Erst vor knapp einem Monat waren bei einem Aufstand im Gefängnis von Negombo nördlich von Colombo 21 Häftlinge und zehn Wärter getötet worden. Nach Angaben der Polizei hatten dort zunächst rivalisierende, in den Drogenhandel verwickelte Banden gegeneinander gekämpft. Später wurden auch Gefängniswärter hineingezogen.

Auch die nun betroffene Haftanstalt Mahara war bereits Schauplatz tödlicher Unruhen. Bei einem Aufstand im November 2020 wurden dort elf Gefangene erschossen und fast 120 weitere verletzt.

In Mahara sind derzeit rund 4100 Menschen inhaftiert - etwa viermal so viele, wie die Anstalt aufnehmen kann. Eine solche Überbelegung ist in den Gefängnissen Sri Lankas weit verbreitet. Mehr als drei Viertel der Insassen sitzen in Untersuchungshaft, die meisten von ihnen wegen Drogendelikten.

Die Behörden des im Indischen Ozean gelegenen Inselstaates hatten im Juli angekündigt, ungenutzte staatliche Gebäude in Gefängnisse umzuwandeln. Nach dem Aufstand in Negombo forderte das UN-Menschenrechtsbüro einen ungehinderten Zugang zu den Haftanstalten und rief Sri Lanka auf, gegen die Überbelegung, die langen Untersuchungshaftzeiten und die schlechten Haftbedingungen vorzugehen.

Weitere Meldungen

Kommunalwahlen: Behrens verteidigt Nicht-Zulassung von AfD-Bewerbern

Hannover (dts Nachrichtenagentur) - Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) hat die Entscheidung von vier lokalen Wahlausschüssen verteidigt, die in der

Mehr
Zivilschutz: 16 Tote bei israelischen Angriffen im Gazastreifen am Wochenende

Ungeachtet der von der Hamas erklärten Zustimmung zu ihrer Entwaffnung hat Israel nach Angaben der radikalislamischen Palästinenserorganisation massive Angriffe im Gazastreifen

Mehr
Streit im Nürnberger Flughafen eskaliert: Elf Passagiere von Flug ausgeschlossen

In Nürnberg sind elf Passagiere von einem Flug ausgeschlossen worden, nachdem ein Streit auf dem Flughafen eskalierte. Wie das Polizeipräsidium in Nürnberg am Sonntag

Mehr

Top Meldungen

CDU-Streit über Rentenpaket verschärft sich

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Streit innerhalb der CDU über die schwarz-roten Rentenreformpläne spitzt sich zu. "Das Rentenpaket ist der Auftakt, um Deutschland wieder

Mehr
Verbraucherschützer kritisieren Mängel beim Recht auf Reparatur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Verbraucherschützer kritisieren das neue Recht auf Reparatur in seiner aktuellen Ausgestaltung als unzureichend. "So wie das Gesetz jetzt

Mehr
Maritimer Koordinator fordert schnelleren Ausbau der Wasserstraßen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Angesichts des anhaltenden Niedrigwassers auf dem Rhein und anderer Flüsse fordert der Maritime Koordinator der Bundesregierung, Christoph Ploß

Mehr