Lifestyle

Tod eines Video-Streamers in Frankreich: Zwei Männer zu Haft auf Bewährung verurteilt

  • AFP - 5. August 2026, 15:22 Uhr
Bild vergrößern: Tod eines Video-Streamers in Frankreich: Zwei Männer zu Haft auf Bewährung verurteilt
Streamer Owen Cenazandotti alias Naruto
Bild: AFP

Ein Jahr nach dem aufsehenerregenden Tod eines Video-Streamers in Frankreich sind zwei Mit-Streamer zu Haftstrafen auf Bewährung und Geldstrafen verurteilt worden. Es ging aber nicht direkt um den Tod des Streamers Raphaël Graven alias Jean Pormanove.

Ein Jahr nach dem aufsehenerregenden Tod eines Video-Streamers in Frankreich sind zwei Mit-Streamer zu Haftstrafen auf Bewährung und Geldstrafen verurteilt worden. Das Strafgericht im südfranzösischen Nizza verurteilte Owen Cenazandotti alias Naruto am Mittwoch zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und 15.000 Euro Geldstrafe. Gegen den Mitangeklagten Safine Hamadi wurden eine eineinhalbjährige Gefängnisstrafe auf Bewährung und 5000 Euro Geldstrafe verhängt. Die 27 und 24 Jahre alten Männer dürfen zudem sechs Monate lang nichts online veröffentlichen.

Den beiden Männern waren in dem Prozess Gewalt und Demütigungen gegen den Streamer Raphaël Graven alias Jean Pormanove oder "JP" zwischen den Jahren 2023 und 2025 zur Last gelegt worden. Es ging aber nicht direkt um Gravens Tod vor laufender Kamera bei einem Livestream im August 2025, der international für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Die Ermittlungen zum Tod des 46-Jährigen waren auf Grundlage der Autopsie eingestellt worden. Die Staatsanwaltschaft schloss ein Fremdverschulden aus.

Cenazandotti und Safine wurde vor Gericht jedoch vorgeworfen, Graven und einen anderen Streamer mit dem Spitznamen Coudoux über tausende Stunden Livestream für die Online-Plattformen Twitch und Kick misshandelt zu haben. Auf im Prozess gezeigten Videos war unter anderem zu sehen, wie Graven und Coudoux geohrfeigt, getreten, ausgepeitscht, mit einem Baseballschläger geschlagen und angeschrien wurden.

Laut den Angeklagten ging es bei den Streams darum, Graven zu Wutausbrüchen zu provozieren und sich dann wieder zu versöhnen. Coudoux selbst sagte während des Prozesses aus, er sehe sich nicht als Opfer: "Wir waren eine Gruppe von Kumpeln, wir sind halt darauf abgefahren." Die Staatsanwaltschaft sprach dagegen von einem "System der Misshandlung". Bei den Streams sei Gewalt das zentrale Element gewesen.

Die Streams von Cenazandotti und Safine waren höchst erfolgreich: Im Schnitt schauten abends auf Kick 20.000 Menschen zu, es war der meistgesehene Kanal der Plattform.

Graven war im August 2025 nach einem zwei Wochen langen Dauer-Streaming auf Kick gestorben. Bei einer früheren Ermittlung wegen der brutalen Live-Videos hatte Graven bestritten, Opfer von Gewalt zu sein. Er hatte ebenfalls erklärt, dass die Szenen inszeniert seien, um damit Geld zu verdienen. 

Weitere Meldungen

Unbekannter schießt in Baden-Württemberg auf Auto: Ein Verletzter

Ein Unbekannter hat in Baden-Württemberg auf ein fahrendes Auto geschossen und ist dann geflohen. Der Vorfall habe sich im in der Nähe von Reutlingen gelegenen Ort Eningen

Mehr
Schwimmmeister mahnen Eltern zu mehr Aufsicht in Bädern

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Angesichts der hohen Zahl von tödlichen Badeunfällen in diesem Sommer hat der Präsident des Bundesverbands Deutscher Schwimmmeister, Peter

Mehr
CDU-Vize will Frau als Bundespräsidentin

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - CDU-Vizechefin Silvia Breher hat darauf gepocht, dass eine Frau nächste Bundespräsidentin wird. "Wir brauchen gerade in diesen herausfordernden

Mehr

Top Meldungen

Ifo-Institut für Abschaffung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert die Abschaffung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes von sieben Prozent. Im Gegenzug schlägt er

Mehr
Check 24 stellt Geschäft mit Baufinanzierung ein

München (dts Nachrichtenagentur) - Das Vergleichsportal "Check 24" stellt seine eigene Vermittlung von Baufinanzierungen ein. Das bestätigte das Unternehmen auf Anfrage des

Mehr
Verkehrsminister Bilger will Wasserstraßen "widerstandsfähiger" machen

Der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hat sich besorgt über die aktuell niedrigen Pegelstände in deutschen Flüssen geäußert und rasches Handeln angekündigt.

Mehr