Gesundheit

Britisches Fachblatt zieht umstrittene Corona-Studie von 2024 zurück

  • AFP - 12. August 2026, 02:10 Uhr
Bild vergrößern: Britisches Fachblatt zieht umstrittene Corona-Studie von 2024 zurück
Corona-Impfung im Jahr 2021
Bild: AFP

Eine 2024 veröffentlichte Studie zur Übersterblichkeit infolge der Corona-Pandemie, die vielfach von Impfskeptikern als Beleg für ihre Position zitiert wurde, ist wegen 'Desinformation' und methodischer Mängel zurückgezogen worden.

Eine 2024 veröffentlichte Studie zur Übersterblichkeit nach der Corona-Pandemie, die vielfach von Impfskeptikern als Beleg für ihre Position zitiert wurde, ist wegen "Desinformation" und methodischer Mängel zurückgezogen worden. Die in der britischen Fachzeitschrift "BMJ Public Health" erschienene Untersuchung enthalte "Desinformation über die möglichen Gründe der Übersterblichkeit", teilte die Herausgeber-Gruppe BMJ am Mittwoch mit. Außerdem habe sie sich nur auf einen "begrenzten Umfang eigener Arbeit" gestützt.

In der Studie hatte es geheißen, dass die Übersterblichkeit in mehreren Regionen der Erde auch in den Jahren nach dem Höhepunkt der Corona-Pandemie anormal hoch geblieben sei. In zahlreichen impfskeptischen Veröffentlichungen im Internet war die Studie daher als Beleg präsentiert worden, dass Corona-Impfungen zum Anstieg der Todesrate geführt hätten.

Die Studienautoren selbst hatten einen solchen Zusammenhang nicht hergestellt. Sie warfen aber die Frage auf, warum es "trotz der Ergreifung von Eindämmungsmaßnahmen und Impfungen gegen Covid-19" höhere Todesraten gebe. Sie riefen die politischen Entscheidungsträger damals auf, genauere Daten zu veröffentlichen, um die Auswirkungen der Eindämmungsmaßnahmen und Corona-Impfungen zu prüfen.

Dies war vielfach auf Kritik gestoßen. Den Studienautoren wurde vorgeworfen, unbegründete Kritik an Corona-Impfungen befeuert zu haben, obwohl diese während der Pandemie Millionen Menschen das Leben gerettet hätten.

Die BMJ-Gruppe erklärte zunächst, sie gehe den Vorwürfen nach. Auch das Prinzessin-Máxima-Zentrum für Kinder-Onkologie im niederländischen Utrecht, mit dem drei der vier Studienautoren verbunden sind, leitete eine Untersuchung ein.

BMJ veröffentlichte zunächst eine Warnung, die zu einem vorsichtigen Umgang mit der Studie aufrief, und zog die Veröffentlichung nun komplett zurück. Diese Entscheidung werde von zwei der vier Autoren sowie vom Prinzessin-Máxima-Zentrum mitgetragen, erklärte die BMJ-Gruppe.

Weitere Meldungen

Run auf Schutzbrillen vor Sonnenfinsternis in Spanien und anderen Ländern

Zwei Millionen spezielle Sonnenfinsternisbrillen hat die spanische Regierung in einer gemeinsamen Kampagne mit einer Organisation für Sehbehinderte bereitgestellt, damit das

Mehr
Bereits mehr als 2000 Tote durch Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo

Die offizielle Zahl der Todesopfer durch die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo ist auf mehr als 2000 gestiegen. Von den 4381 bestätigten Infektionsfällen seien

Mehr
ANNULLIERT: Britisches Fachblatt zieht umstrittene Corona-Studie von 2024 zurück

ANNULLIERUNGBitte verwenden Sie die Meldung von 12.42 Uhr nicht. Die Meldung wurde versehentlich zu früh gesendet, sie hat die Sendesperrfrist Mittwoch, 00.30

Mehr

Top Meldungen

SPD-Generalsekretär verspricht klareres Profil

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat nach den Forderungen der Parteibasis nach einem Kurswechsel eine klarere Positionierung in Kernfragen

Mehr
IW-Studie: Ostdeutsche Chefs sehen Demokratie gefährdet

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Viele ostdeutsche Unternehmen sorgen sich um die Demokratie, scheuen sich aber vor politischer Positionierung. Das ist das Ergebnis einer

Mehr
CDU-Haushälter fordern kompletten Ausgleich der kalten Progression

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Im Streit um die Steuersenkungen im kommenden Jahr kritisieren Haushaltspolitiker der CDU den Reformentwurf von Bundesfinanzminister Lars

Mehr