Wirtschaft

Stärkster Anstieg seit 2016: 15 Prozent mehr Baugenehmigungen im ersten Halbjahr

  • AFP - 18. August 2026, 12:10 Uhr
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Reihenhäuser
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Im Wohnungsbau geht es aufwärts: Im ersten Halbjahr wurden Baugenehmigungen für 126.300 Wohnungen erteilt, das waren 15,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dies war der stärkste Anstieg seit 2016 - allerdings von einem niedrigen Niveau aus.

Im Wohnungsbau geht es aufwärts: Im ersten Halbjahr wurden Baugenehmigungen für 126.300 Wohnungen erteilt, das waren 15,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Dies sei der stärkste Anstieg seit 2016 - allerdings sei er auch von einem niedrigen Niveau aus erfolgt. Die Bau- und Wohnungswirtschaft sieht dennoch weiterhin keine Trendwende.

Die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser stieg im ersten Halbjahr um 12,7 Prozent auf 24.000, bei Zweifamilienhäusern lag der Anstieg sogar bei 27,3 Prozent auf 7700. In Mehrfamilienhäusern genehmigten die Behörden 67.000 Neubauwohnungen, ein Anstieg um 16,9 Prozent. Die restlichen Wohnungen wurden in Wohnheimen und in bereits bestehenden Gebäuden genehmigt.

Allein im Juni wurden laut Statistikamt 21.600 Wohnungen genehmigt, das waren 13,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Zahl der Wohnungen im Neubau stieg dabei um 14,1 Prozent auf 17.800, die der durch einen Umbau entstehenden Wohnungen um 12,1 Prozent auf 3900.

"Der Wohnungsbau zeigt erste Anzeichen einer leichten Erholung", erklärte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe. "Von einer Trendwende sind wir aber noch weit entfernt." Problematisch sei, dass mit den steigenden Genehmigungen auch wieder mehr Projekte storniert würden. "Eine Baugenehmigung ist noch keine gebaute Wohnung."

"Auch die Auftragseingänge bleiben fragil, was zeigt, dass immer noch wenig gebaut wird", erklärte Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie. "Hohe Zinsen und Baukosten halten den Wohnungsbau weiter im Würgegriff."

Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) führte die seit 13 Monaten steigende Zahl der Genehmigungen auf die Politik der Regierung zurück. Die Entwicklung sei "das Ergebnis zielgerichteter Politik", erklärte sie. "Der Bau-Turbo nimmt Fahrt auf, unsere Förderprogramme werden breit angenommen und das Upgrade des Baugesetzbuchs steht in den Startlöchern."

Hubertz räumte ein: "Wir kommen von einem niedrigen Niveau, und wir sind noch längst nicht dort, wo dieses Land beim Wohnungsbau stehen muss." Die Ministerin kündigte an, die Regierung werde nachlegen - "mit einem massiven Mitteleinsatz für den sozialen Wohnungsbau, dem weiteren Abbau von Bürokratie und der Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft des Bundes für mehr bezahlbaren Wohnraum".

Dirk Wohltorf, Präsident des Immobilienverbands Deutschland (IVD), widerspricht der Ministerin. "Der Bauturbo ist bislang kaum zu spüren, der Gebäudetyp E lässt weiter auf sich warten und die angekündigte Reform der Neubauförderung soll erst 2027 kommen", kritisierte er. "Das dauert alles zu lange und kommt bei den Menschen nicht als kraftvolles Signal für mehr Wohnungsbau an."

Wie auch der IVD kritisierte der Hauseigentümerverband Haus & Grund zudem geplante Mieterschutzregelungen der Bundesregierung. "Was Bundesbauministerin Hubertz heute als Wohnungsbau-Comeback feiert, droht die Bundesjustizministerin mit ihren Mietrechtsregulierungsplänen morgen gleich wieder einzureißen", sagte Verbandschef Kai Warnecke der "Rheinischen Post".

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