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Migrationsexperten bezweifeln Wirksamkeit von Grenzkontrollen

  • dts - 20. August 2026, 12:01 Uhr
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Polnische Grenzkontrolle (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) - Der Sachverständigenrat für Integration und Migration (SVR) hält Grenzkontrollen für kein geeignetes Mittel, um irreguläre Migration in Europa zurückzudrängen und Szenarien wie in der spanischen Exklave Ceuta in Zukunft zu vermeiden. Das berichtet die "Rheinische Post".

Angesichts der geplanten Verlängerung der deutschen Grenzkontrollen sagte die stellvertretende SVR-Vorsitzende Birgit Glorius der Zeitung: "Nach dem Stand des wissenschaftlichen Wissens haben Migranten kein objektives Lagebild über die konkrete Situation in möglichen Zielländern von Migration und kennen die aktuelle Gesetzgebung in Bezug auf ihre persönliche Situation nicht."

Sie seien auf Informationen aus sozialen Netzwerken angewiesen, die fehlerhaft und manipulativ sein können. Umso wichtiger wäre es, über existierende legale Einwanderungsmöglichkeiten aufzuklären, und zwar auf eine Weise, die die jungen Migranten auch erreicht.

Nach dem jüngsten Massenansturm seien vor allem Rufe nach stärkerer Grenzkontrolle laut geworden. "Dem spanischen Staat wurde vorgeworfen, zu wenig für Grenzschutz getan zu haben und durch die aktuell stattfindende Legalisierungskampagne von irregulären Migranten einen Pull-Faktor für den Ansturm geschaffen zu haben. Der SVR teilt diese Einschätzung nicht", so die Migrationsforscherin von der Technischen Universität Chemnitz.

Der SVR empfehle zuvorderst die Anwendung der erst am 12. Juli 2026 in Kraft getretenen Reform des gemeinsamen europäischen Asylsystems (GEAS). "Auf dessen Grundlage hätten alle Ankommenden zunächst ein Screening durchlaufen müssen, und sie hätten zumindest die Chance erhalten müssen, ein Asylbegehren auszusprechen. Warum das nicht stattgefunden hat, ist bis heute nicht umfänglich geklärt worden", so Glorius mit Blick auf Ceuta.

Angesichts der geopolitischen Situation und der globalen sozialen Ungleichheit werde Europa auch in Zukunft Herausforderungen im Bereich der Migration begegnen müssen. Europa sei gut beraten, "sich nicht provozieren oder spalten zu lassen, sondern stattdessen auf der Basis des gemeinsam verabredeten rechtlichen Rahmens zu agieren und dabei die Menschenrechte jedes Einzelnen immer im Blick zu behalten", so die Migrationsforscherin weiter.

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